Zimtschnecken-Rezept

Eigentlich sollte das ja hier kein Foodblog werden, aber weil zu dem Zimtschnecken-Foto bei Instagram doch einige Anfragen zu dem Rezept kamen, gibt es eben ein Rezept von mir. Und das, wo ich doch annahm, ich sei die letzte, die diese Zimtschnecken macht.

Zutaten für den Hefeteig
250 ml Milch (3,5% Fett)
70 g Butter
500 g Weizenmehl
1 Würfel frische Hefe (42 g)
70 g Zucker
1 Päckchen Vanillin-Zucker
1 Ei (Größe M)
1 Prise Salz

Die Milch leicht erwärmen und die Butter darin auflösen. Das Mehl in eine Schüssel geben und in eine Vertiefung in der Mitte die Hefe bröseln. Die restlichen Teigzutaten hinzufügen und mit einem Knethaken erst kurz auf der niedrigsten Stufe, dann auf der höchsten Stufe in ca. 5 Minuten zu einem glatten Teig verrühren. Zugedeckt den Teig ungefähr 1 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sich sichtbar vergrößert hat.

Zutaten für die Füllung
75 g Butter
100 g Zucker
3 TL Zimt
Hagelzucker

Die Butter zerlassen, den Zucker mit dem Zimt vermischen. Den Hefeteig auf einer bemehlten Fläche  zu einem Rechteck ausrollen, mit der Butter bestreichen und mit dem Zimtzucker bestreuen. Das Rechteck dann vorsichtig aufrollen und anschließend quer Stücke abschneiden. Mit einer Schnittkante auf Backpapier legen.

Bei 180° C (160° C bei Heißluft) gut 15-20 Minuten backen und noch warm mit ein wenig Hagelzucker bestreuen.
Zimtschnecken schmecken sehr frisch und noch ein bisschen warm am besten.

Mein Tipp:
Die Butter für den Belag muss nicht zwingend zerlassen werden. Wenn ich keine Lust dazu habe, streiche ich die zimmerwarme Butter einfach so auf den ausgerollten Hefeteig. Wenn’s noch schneller gehen soll, erwärme ich die Butter für 30 Sekunden in der Mikrowelle.

Lasst Euch die Zimtschnecken schmecken.

Samstagsplausch 16 / 2017

„Wenn dir das Leben Zitronen gibt, mach Limonade draus.“  – Ich persönlich denke ja, dass so viel Zitronenlimonade auch nicht gesund sein kann, aber gut, es ist, wie es ist.

Inzwischen ist klar, dass ich um die Operation nicht herum komme und es gibt auch schon einen Termin. Weil ich dieses Mal weiß, was mich erwartet, ist mir mulmig und ich wünschte, ich hätte alles schon hinter mir. Den Sommer über werde ich im Krankenhaus und in der Reha sein. Bis ich wieder richtig auf den Beinen wird, wird Weihnachten sein. Wenn alles gut geht und keine Komplikationen auftreten. Aber Jammern gilt nicht und hilft auch niemandem weiter. Und eine Wahl habe ich leider nicht.

Meine Strickflaute habe ich noch immer nicht ganz überwunden. Als erste Maßnahme habe ich aber erst mal alles sortiert und das meiste außer Sichtweite gelegt. Gelassen habe ich nur das Strickzeug mit „Deadline“, dass halt zu einem bestimmten Termin fertig sein muss. Gut, der Termin ist erst im Oktober, aber was erledigt ist, muss mich nicht mehr stressen, zumal ich ja nun nicht genau weiß, wie schnell ich wieder fit sein werde. Es geht auch recht gut voran, ich bin optimistisch, dass die Freude am Stricken bald wieder da sein wird.

Den langweiligen Roman von Cecilia Ahern habe ich noch zu Ende gelesen. Den Hype um diese Autorin verstehe ich nicht, ich finde keinen Zugang zu ihren Büchern. Muss ich aber ja auch gar nicht. Inzwischen lese ich von Lucinda Riley „Die sieben Schwestern“. Für mich das ist anständige Unterhaltungsliteratur. Nicht literarisch wertvoll, aber kurzweilig und gut lesbar. Das passt für mich gerade ganz gut in diese anstrengenden Wochen.

An diesem Wochenende werde ich einfach noch mal die Seele baumeln lassen – und meiner Superkraft gehorchen. Geplant war eigentlich ein Besuch der liebsten Freundin. Leider ist das gestern am Würzburger Bahnchaos gescheitert. Es war schon unser zweiter Versuch, uns zu sehen. Das Leben ist halt gerade unberechenbar.

Nun schaue ich mal bei Andrea vorbei und lese, was Ihr so alles am Wochenende macht und wie Eure Woche war.

 

Vorbereitungen

Wenn das Leben gerade ein wenig schwächelt, muss man es sich halt bunt machen.

Vor ein paar Wochen sprach ich mit einer Bekannten, von der ich weiß, dass sie auch viel stickt, über eine Idee, die mir so im Kopf rumspukt. Mit den Vorbereitungen sei ich schon recht weit, sagte ich ihr, jetzt müsse ich mich um die Garne kümmern. Und davor würde ich zurückschrecken, weil das sehr umständlich und mühsam sei – und teuer, obwohl mein Vorrat an Sticktwist schon recht groß ist. Sie lachte nur und sagte, sie könne mir helfen. Ein paar Tage später brachte sie mir mehrere Packungen mit farblich sortiertem Stickgarn. Blautöne, Grüntöne, Lila und Grautöne, Rottöne und Gelb-Orange-Töne. Insgesamt 100 Farben. Diese Packungen hatte sie von einer Schulfreundin bekommen, deren Mutter gerade verstorben sei. Sie hatte wohl ähnliche Ideen, wie ich sie gerade habe.
Dieses Geschenk habe ich dankend angenommen, mir einen Kasten für Stickgarne gekauft, Garnkärtchen dazu und tagelang gewickelt. Ich freue mich immer wieder über die bunten Farben und warte auf den Sommer, wenn ich dann vielleicht ein wenig mehr Zeit und Ruhe haben werde, meine Ideen auch umzusetzen. Aber so Vorbereitungen machen halt auch ganz viel Spaß, oder?

Samstagsplausch 14 / 2017

Die vergangenen beiden Wochen war vollgestopft mit Terminen und Aktionen, mit teils wegweisenden Entscheidungen, mit Frust und Freude, mit Licht und Schatten. Und sie waren anstrengend. Sie waren pures Leben.
Das Licht:
Der Sohn hat einen Job gefunden. Ein halbes Jahr hat die Suche gedauert, unzählige Vorstellungsgespräche haben geübt, er war immer dicht dran – und jetzt ist er die Nummer 1. Weil es mit seiner Ausbildung und seiner Erfahrung tatsächlich für das Unternehmen am Besten passt. Ich freue mich total für ihn. Endlich kann er zeigen, was er gelernt hat, hat einen Einstieg ins Berufsleben. Er kann zurück in eine eigene Wohnung, kann sich ein Auto leisten, und es sich in seinem neuen Leben einrichten. Dafür geht er 400 km weit weg von seinem Zuhause, zurück in die Region, aus der wir damals gekommen sind, bevor wir hier in den Norden gezogen sind. Und weil auch die Tochter plant, in diesen Teil unseres Landes zu ziehen, wären wenigstens die Geschwister füreinander in schnell erreichbarer Nähe.
Natürlich sind unsere Tage jetzt gut gefüllt. Ein Auto muss gesucht, zur Probe gefahren und gekauft werden. Eine Wohnung muss gesucht und später vielleicht renoviert werden, die Umzugsplanung steht an. Es müssen Dinge eingesammelt und geordnet werden, Arzttermine müssen vereinbart werden, Kleidung muss angeschafft werden – und keiner von uns hat Urlaub. In gut sechs Wochen ist er dann weg. Mein Herz sieht das durchaus mit etwas gemischten Gefühlen, Loslassen muss ich immer wieder neu mit mir selber verhandeln, auch wenn es da tatsächlich gar nichts zu verhandeln gibt. Man weiß als Mutter schließlich, dass es so kommt – und ich habe es auch nicht anders gemacht.

Der Schatten
Mitte Februar bin ich auf dem Heimweg von der Arbeit, noch im Dienstgebäude im Treppenhaus abgerutscht. Dabei habe ich mir das Knie verdreht. Und lautete die erste Diagnose vom Unfallarzt noch, es sei nur verstaucht und in ein paar Tagen wieder alles gut, ist es jetzt so viele Wochen später deutlich schlimmer geworden. Die zweite Untersuchung beim Unfallarzt bestätigte den Verdacht meines Hausarztes, dass vermutlich der Meniskus kaputt ist und das Knie operiert werden muss. Gestern war ich im MRT, die schnell runtergeratterten und unverständlichen Erläuterungen des Arztes dort brachten für mich keine Erkenntnisse, Rückfragen waren nicht erlaubt, „das bespricht der behandelnde Arzt mit Ihnen“ und nach 30 Sekunden im Sprechzimmer war ich wieder draußen. So schnell kann das gehen.
Die Aussicht auf eine Knie-OP macht mir Panik, weil ich noch zu genau weiß, dass mich eine ganz ähnliche Sache vor vier Jahren 13 Monate lang fast bewegungsunfähig auf mein Sofa katapultiert hat. Ich möchte das nicht. Vor allem auch deswegen nicht, weil ich das, solange das als Arbeitsunfall gilt, ja nicht mit den Ärzten meines Vertrauens verhandeln kann. Die Ärzte werden mir dann von der Unfallkasse vorgegeben. Das ist alles irgendwie doof. Und so beiße ich die Zähne zusammen, halte die teilweise echt heftigen Schmerzen irgendwie aus und versuche, so etwas wie Alltag zu leben. Aber es macht mich mürbe.

Strick- und lesetechnisch habe ich nicht wirklich etwas geschafft. Liegt mit Sicherheit daran, dass ich echt viel unterwegs war und abends sehr müde auf dem Sofa angekommen bin. Außerdem bin ich offensichtlich auch nörgelig: hier liegen eine Menge angestrickter Dinge, aber ich bin entweder mit dem  Material nicht glücklich oder mit den Farben unzufrieden oder mit beidem. Beim Hygge-CAL fehlt es einfach an Zeit und vor allem Ruhe. Die derzeit viel reisende Tochter hat ihre Wellensittiche hier geparkt und zusammen mit unseren Beiden (die eigentlich mal dem Sohn gehört haben), ist hier echt viel Radau und Flugbetrieb. Wenn man dann ein Anleitungsvideo gucken will und nichts hören kann, und zusätzlich ständig jemand reinkommt und irgendwas besprechen muss, dann schaffe ich das einfach nicht. So geht es auch da nicht voran. Schade eigentlich. Das angefangene Buch ist auch nicht sehr spannend und spricht mich gar nicht an, das zweite Buch, zu dem ich aus Verzweifelung schon gegriffen habe, packt mich auch noch nicht. Ich sag ja: nörgelig. Aber es wird besser. Irgendwann. Vielleicht. Ganz sicher wird es das, es muss einfach.

So, nun schaue ich schnell, was bei Euch so los war und dann muss ich in die Küche.  Zwei neue Gerichte will ich an diesem Wochenende ausprobieren und außerdem ein Brot backen. Habt ein schönes Wochenende und freut Euch auf die kommenden Ostertage.

 

Frisch vom Rädchen

An dem freigeschaufelten Nachmittag wollte ich eigentlich auf der Terrasse sitzen, die Sonne genießen und ein wenig spinnen. Leider hat es dann heute geregnet. Uff. Aber gut. Dem großen Wohnzimmer-Fenster sei Dank, dass ich im Trockenen saß und dabei trotzdem guten Blick in den Garten hatte. Man muss halt flexibel sein, oder?

Jetzt ist die Spule voll, das Garn versponnen und muss nur noch gezwirnt werden. Und ich kann endlich anfangen, das tolle Shetland-Garn zu verspinnen, dass ich Anfang des Jahres gekauft habe. Darauf freue ich mich schon seit Wochen. Und da ich auf einem anderen Spinnrad verzwirne, ist das Ashford-Traditionel jetzt frei. Das „Zwirn-Spinnrad“ muss ohnehin erst zum Doktor, da löst sich dauernd das Schwungrad, das Zwirnen wird wohl noch warten müssen.

Das fertige Garn ist für ein See-You-Tuch vorgesehen. Ich habe bereits zwei andere Rottöne von diesem Wolle-Seide-Gemisch versponnen und hoffe, dass die Farben auch im versponnenen Zustand gut harmonieren.

Samstagsplausch 12 / 2017

Die Woche ging sehr schnell vorbei. Kein Wunder, war hier doch Urlaub angesagt. Letzte Woche hatte ich ja schon erzählt, dass ich viel geplant habe für die freien Tage. Eine ganze Menge davon habe ich geschafft, nicht alles, aber das wusste ich auch schon vorher. Da hätte ich noch einen Monat Urlaub dranhängen  müssen. Aber einiges ist weg – und den Rest mache ich, wenn der Sohn wieder auszieht und sowieso das Haus auf den Kopf gestellt werden muss, um all seine Sachen wieder einzusammeln. So ist der Plan, ob es auch so kommt, bleibt abzuwarten.
Was habe ich denn nun gemacht in dieser Woche? Gelesen: von Cecilia Ahern, „Der Glasmurmelsammler“. Tatsächlich ist es mein erstes Buch von dieser Autorin und so recht kann ich die Begeisterung noch nicht nachvollziehen. Vielleicht kommt da ja noch.
Gestrickt habe ich wenig, aber immerhin ein neues Teil angefangen. Es wird der 36-Color-Shawl von Safri-Design. Auf dem Bild sind die ersten 18 Farben, die kühlen Farben.

Statt zu stricken, habe ich eher gehäkelt und passend zu meiner Moorland-Decke aus den Resten noch einen kleinen Kranz gemacht. Zugegeben: eine nutzlose Häkel-Spielerei, aber Spaß hat es gemacht. Den Kranz hatte ich mal in einem Kommentar zu einem Beitrag in dem Blog von Lucy gefunden und habe den ein wenig verändert nachgearbeitet. Die Anleitung für das gehäkelte Schaf ist auch von Lucy. Die Perspektive vom Foto  ist definitiv verbesserungswürdig – ich arbeite noch daran.


Den geplanten Ausflug nach Bremerhaven fand auch statt. Leider war das Eisbärenkind hinter den  Kulissen (warum, ließ sich leider nicht ermitteln), aber eine kurze Internet-Recherche vor dem Ausflug hatte ohnehin schon ergeben, dass Lilli inzwischen 15 Monate alt ist und so gar nichts teddymäßiges mehr an sich hat, sondern wie ein fast ausgewachsener Eisbär aussieht – nur noch nicht so groß. Dafür gab es den Vater zu bestaunen, der es sich im Käfig in der Sonne gemütlich gemacht hatte.


So ein Eisbär hat eine beeindruckende Größe und niedlich ist er eigentlich auch nur als kleines Jungtier. Neben den großen Tieren gab es eine ganze Reihe kleinerer Tiere, die in der Nordsee heimisch sind. (Und auch einige, die aus anderen Regionen kommen.) Zu dem Zoobesuch schreibe ich aber noch mal einen gesonderten Blog-Post.

In der kommenden Woche ist wieder Arbeit angesagt, aber die nächsten Wochen haben ja noch viele lange Wochenenden im Angebot. Und das ist auch gut so.

Jetzt bin ich erstmal gespannt, was Ihr so in dieser Woche gemacht habt und lese eine Runde.

Dieser Beitrag geht zu Andrea zum Samstagsplausch. Danke für die Idee, Andrea.

Samstagsplausch 11 / 2017

Die vergangene Woche war sehr unspektakulär. Endlich mal. Ich hätte gegen eine Phase der „gepflegten Langeweile“ tatsächlich auch mal nichts einzuwenden. Aufregungen hatten wir in den vergangenen Jahren wirklich überreichlich.
Und weil die Woche so unspektakulär war, bin ich auch ein wenig zum Stricken gekommen. Eine Mütze hatte sich die Freundin des Sohnes gewünscht. Letztlich habe ich sie zwei Mal gestrickt, weil mir die erste Version nicht gefiel und dann glücklicherweise auch nicht so richtig gepasst hat. Bei der zweiten Variante habe ich dann das Bündchen geändert, einen halben Mustersatz mehr gestrickt und einen größeren Pompom gemacht.
Das Bündchen habe ich doppelt gestrickt und dafür die Maschen provisorisch über einen gehäkelten Maschenaufschlag aufgenommen. Irgendwo hatte ich ein Video gesehen, dass man den ganz einfach aufziehen kann und dann alle Maschen problemlos wieder aufnehmen kann. Das hat bei mir nur so semigut funktioniert. Ich hatte keine Lust nach dem Video zu suchen und habe das dann halt aus der Erinnerung gemacht. Vermutlich habe ich da einen Fehler eingebaut und so war der Faden vom Anschlag sehr seltsam um jede zweite Masche gewickelt. Wäre das nicht gewesen, hätte es prima funktioniert. Nun ja, es ist auf jeden Fall einen zweiten Versuch wert.

Das zweite Strickstück der Woche waren ein paar angeschlagene Socken. Damit wollte ich unbedingt mal das Addi-Sockenwunder ausprobieren. Ich hatte vergeblich versucht, es hier irgendwo zu bekommen und habe es dann schließlich von einer lieben Strickfreundin geliehen bekommen. Glücklicherweise geliehen, weil ich sehr schnell gemerkt habe, dass das nichts für mich ist. Vermutet hatte ich das schon, weil ich mit 50er und 40er Rundnadeln auch schon nicht stricken kann. Aber ehrlich, die Nadeln sind schon sehr kurz, also wirklich sehr, sehr kurz. Ich brauche da mehr zum Anfassen und stricken halt einfach mit dem Nadelspiel oder mit zwei 60er Rundnadeln. Es ist ja nicht so, dass es keine Alternativen gäbe.

Gelesen habe ich nach dem schottischen Krimi nun einen, der in Schleswig-Holstein spielt. Die Ermittler sind sich in ihrer Art allerdings ähnlich, ein bisschen „dösig“ und „paddelig“ in ihrer Art, aber trotzdem mit einem Auge für Kleinigkeiten und der Fähigkeit, das alles zu einem Gesamtbild zusammen zu fügen und das Rätsel zu lösen. Der Küsten-Krimi „Rote Grütze mit Schuss“ von Krischan Koch ist relativ leichte Unterhaltung, die Spaß macht. Trotzdem werde ich als nächstes definitiv keinen Krimi lesen. Als bekennender Serien-Junkie ist mir das mit Monk-Folgen, Barnaby, Lewis, Miss Marple und Elementary dann tatsächlich ein bisschen viel Krimi und ich habe gemerkt, dass ich anfange, einzelne Folgen mit den Büchern zu vermischen  und mich an manchen Stellen wundere, warum das auf einmal anders ist.

Die nächste Woche wird hoffentlich ganz anders sein. Ich habe nämlich Urlaub. Pläne habe ich sehr viele, vor allem muss das Haus mal umgekrempelt werden und es sind einige kleinere Reparaturen nötig. Natürlich wird das Stricken nicht zu kurz kommen und Ausflüge sind auch geplant – ich würde sooo gerne mal nach dem Eisbären-Kind im Bremerhavener Zoo am Meer schauen und hoffe, dass mir das Wetter keinen allzu großen Strich durch die Planung macht.

Dieser Beitrag wandert zum Samstagsplausch bei Andrea.

Das dänische Tuch

Im vergangenen Oktober waren ein paar Strickfreunde und ich das zweite Mal gemeinsam auf einer Strickreise in Dänemark. Wir mieten dann ein Ferienhaus, dass groß genug für unsere Wünsche ist und verbringen eine Woche gemeinsam mit Kochen, Stricken, Spinnen, Spazieren gehen, Diskutieren. Vor allem mit viiiiiel Stricken. Natürlich gehören auch Shopping-Touren zu wolligen Ausflugszielen mit zu unserem Standardprogramm und unser aller Lieblingsladen ist in der Nähe von Ringköbing, das am oberen Ende vom gleichnamigen Fjord liegt. Bei der Planung hatten wir natürlich schon darauf geachtet, dass wir nicht all zu weit entfernt unser Haus mieten.

Bei diesem Besuch habe ich mir eine Strickpackung für ein gestreiftes Tuch mitgenommen, dass ich nun gestrickt habe. Und in Gedanken war ich dabei immer wieder in den Dünen, am Strand, am Meer, habe das Meeresrauschen gehört, den Wind und die Möwen. Sehr besinnlich und sehr erholsam.

Das Tuch ist ein langgezogenes Dreieck, bei dem an beiden Seiten in gleichmäßigen Abständen zugenommen wird. Die Materialpackung ist ziemlich knapp bemessen gewesen, ich bin mit dem Garn für die angegebene Streifenfolge nicht hingekommen, obwohl ich sogar mit der gleichen Nadelstärke gestrickt habe. Das war in diesem Fall aber egal, so habe ich  halt ein wenig improvisieren müssen und wer nicht weiß, wo ich etwas geändert habe, sieht das auch nicht. An den Ecken waren eigentlich Kreise angedacht, die habe ich  mir gespart und aus den wenigen kleinen Resten noch kleine Blümchen gehäkelt, die ich dann aufgenäht habe.
Ich bin hochzufrieden mit meinem neuen Schal-Tuch und ich denke, ich werde es oft tragen..

Die Moorland-Decke

Schon seit Kindesbeinen an bin ich ein großer England-Fan. Als ich das erste Mal mit meinen Eltern nach England fuhr, sagte ich: „Jetzt bin ich zu Hause.“ Meine Eltern waren darüber natürlich ziemlich überrascht – aber dieses Gefühl hat sich bis heute gehalten. Ich fühle mich dort wirklich heimisch, mehr als mir das hier in Deutschland glückt. Nach meiner Schulzeit und der anschließenden Ausbildung habe ich versucht, aus Deutschland wegzugehen. Aber damals brauchte man für die Arbeit im Ausland, auch im EU-Ausland, noch eine Arbeitserlaubnis. Und die bekam man nur, wenn der Arbeitgeber wirklich schlüssig begründen konnte, warum ein Einheimischer die Arbeit nicht auch übernehmen kann. Ein paar Mal war ich kurz davor, bekam dann aber die Arbeitserlaubnis nicht oder war unter den Bewerbern „nur“ die Nummer 2. So blieb ich halt hier, aber den Traum, irgendwann in England oder Schottland zu leben, habe ich nie aufgegeben – allerdings ist er inzwischen ganz tief verborgen, ich denke, meine gesundheitliche Verfassung wird ein Leben in einem anderen Land, unter anderen Bedingungen schwierig machen. Hauptsächlich, weil mir inzwischen der Mut zu so einem Schritt fehlt. Und wer weiß, wohin der Weg von Großbritannien nach dem Brexit geht.

Gut, Schluss damit, mit dem eigentlichen Post hat das hier nämlich gar nichts zu tun. Die Moorland-Decke soll doch hier im Mittelpunkt stehen. Als ich von dem Crochet-Along von Lucy von Attic24 las, war mir völlig klar, dass ich den unbedingt mithäkeln muss. Lucys Idee: Eine Häkeldecke nach einem Foto. Lucy lebt in England, in Yorkshire, irgendwo in der Nähe vom Leeds and Liverpool Canal. Im hügeligen Yorkshire gibt es viel Heide und ein Foto von diesen Heide-Hügeln nahm Lucy als Vorbild für die Decke. Als Material wählte sie ein Kunstfasergarn in 15 verschiedenen Farbtönen in Braun, Grün, Lila und Blau. Zu bestellen als Materialpaket. Das habe ich gemacht, ohne lange nachzudenken. Und war da das erste Mal sehr überrascht, dass eine Lieferung aus England schneller bei mir zu Hause war, als so manche Bestellung, die innerhalb von Deutschland unterwegs war. Das Garn war übrigens vor der Versandbenachrichtigung bei mir zu Hause.
Anfang Januar ging es dann los. Gehäkelt wurden jeweils 40 Reihen pro Clue, je 2 Reihen in einer Farbe und in einem Wellenmuster. Zu Anfang musste man ganz schön aufpassen, damit es auch Wellen blieben, aber es wurde dann schnell einfacher. Nachdem ich erst geglaubt habe, dass ließe sich zügig weghäkeln, wurde ich schnell eines besseren belehrt. Das  zog sich ganz schön und viel anderes habe ich in den Wochen, in denen der Crochet-Along lief, nicht geschafft. Dafür war ich dann aber am Wochenende nach dem letzten Clue mit der Decke fertig. Und stolz, weil sie einfach schön geworden ist.

Hier habe ich die Mrs. Beeton für die Decke zweckentfremdet. Sie war aber nicht böse.

Die Decke liegt jetzt neben mir auf dem Sofa und ich freue mich jeden Tag daran. Sie ist so richtig schön „hyggelig“, wie die Dänen sagen würden – aber das ist eine andere Geschichte und die soll ein anderes Mal erzählt werden.