Spinntreffen-Nachlese

Am vorletzten Wochenende nahm mich eine Freundin mit zu unserem jährlichen Strick- und Spinntreffen. In diesem Jahr trafen wir uns in der Jugendherberge Solingen-Burg, wo wir vor einigen Jahren schon einmal waren und uns sehr wohlgefühlt haben. Leider ist die Zeit an der Herberge nicht spurlos vorüber gegangen, aber weil sie ohnehin im Sommer nächsten Jahres endgültig geschlossen wird, lohnt es sich auch nicht mehr, darüber noch ein Wort zu verlieren. Ein „es war noch sehr viel Luft nach oben“ muss da eben reichen.

Die Jugendherberge ist in einem wunderbaren, schönen alten Gebäude untergebracht, das abzureißen echt eine Sünde wäre.

Insgesamt waren wir rund 25 TeilnehmerInnen, überwiegend aus Deutschland, aber auch mit einer schweizerischen Teilnehmerin. Wir haben gemeinsam gestrickt und gesponnen, erzählt, gelacht und Pläne gemacht. Viele von uns kennen sich schon seit vielen Jahren, sehen sich aber nur dieses eine Mal im Jahr. Trotzdem ist es so, dass man anfängt zu erzählen, wo man im Vorjahr aufgehört hat. Ist eben alles recht familiär. Aber auch Teilnehmer, die neu dazu kommen, fühlen sich in der Regel sofort gut aufgenommen.

Am Samstag fragte mich eine Strickfreundin, ob ich sie in die Bandweberei Kafka begleiten würde. Die ist in Wuppertal und nur ein paar Kilometer entfernt von der Jugendherberge. Wir waren dort im Shop und hatten dann noch die Gelegenheit, uns die Webstühle genauer anzusehen. Gegründet wurde die Weberei, die noch 25 alte Jacquard-Webstühle in Betrieb hat, vor fast 120 Jahren. Heute wird dort an jedem Werktag produziert, hauptsächlich für Trachtenmode und Deko-Objekte. Und es sind wunderschöne Bänder, die dort überwiegend aus reiner Baumwolle hergestellt werden.

Auf der Rückfahrt sind wir über Landstraßen zurück nach Solingen gefahren, durch eine wunderschöne Landschaft und entlang der Wupper. Beeindruckend, wie viele landschaftlich beeindruckende Gegenden wir in unserem Land haben.

Gesponnen habe ich auf dem Treffen im Gegensatz zu den vergangenen Jahren dieses Mal überhaupt nicht. Dafür ein wenig gestrickt.

Beute musste natürlich auch mit, den supertollen Ringelgarnen von Steffi konnte ich nicht widerstehen.

2018 findet das nächste Spinntreffen in Annaberg-Buchholz im Erzgebirge statt. Darauf freue ich mich schon sehr, weil ich die Gegend dort sehr schön finde und die Stadt sehr mag.
Bis dahin sollten dann auch die neuen Spinntreffen-Socken fertig werden. In diesem Jahr haben wir 5 mal ein 20g-Knäuel gewickelt, diese in Zeitungspapier verpackt und jeder Teilnehmer durfte sich dann fünf Knäuelchen aussuchen. Daraus soll nun ein Paar Socken werden. Ich finde meine Mischung interessant, aber auch recht schwierig zu  kombinieren.

Frisch vom Rädchen

An dem freigeschaufelten Nachmittag wollte ich eigentlich auf der Terrasse sitzen, die Sonne genießen und ein wenig spinnen. Leider hat es dann heute geregnet. Uff. Aber gut. Dem großen Wohnzimmer-Fenster sei Dank, dass ich im Trockenen saß und dabei trotzdem guten Blick in den Garten hatte. Man muss halt flexibel sein, oder?

Jetzt ist die Spule voll, das Garn versponnen und muss nur noch gezwirnt werden. Und ich kann endlich anfangen, das tolle Shetland-Garn zu verspinnen, dass ich Anfang des Jahres gekauft habe. Darauf freue ich mich schon seit Wochen. Und da ich auf einem anderen Spinnrad verzwirne, ist das Ashford-Traditionel jetzt frei. Das „Zwirn-Spinnrad“ muss ohnehin erst zum Doktor, da löst sich dauernd das Schwungrad, das Zwirnen wird wohl noch warten müssen.

Das fertige Garn ist für ein See-You-Tuch vorgesehen. Ich habe bereits zwei andere Rottöne von diesem Wolle-Seide-Gemisch versponnen und hoffe, dass die Farben auch im versponnenen Zustand gut harmonieren.