Das Leben geht weiter, auch wenn’s humpelt

Unter diesem Motto habe ich mit der Herzensfreundin, die zu der Zeit auch gerade an Krücken ging, einen kleinen Mini-Knitalong gestartet. Ich habe dabei im Krankenhaus gestrickt, sie zeitgleich zu Hause oder wenn sie mich in der Klinik besucht hat. Und so sah das humpelnde Leben dann aus:

Das ist ein wunderbares Muster, nach dem ich mit Sicherheit noch weitere Schals stricken werde. Es ist einfach, aber nicht langweilig und man kann sich unendlich viele Mustervariationen dabei vorstellen.

Strick-Story
Muster: Zee-Wrap
Quelle: http://www.ravelry.com/patterns/library/zee-wrap
Material: 200 g Schoppel Jeans Ball, Müllers Esel, 100 g Schoppel Zauberball Crazy, Indisch Rosa
Nadeln: 3,5mm
Fertige Größe: 40x200cm

 

Tue Gutes und rede darüber

Meine Freundin Hella unterstützt seit vielen Jahren den Weihnachtspäckchen-Konvoi, ist auch schon mitgefahren und in der Ukraine oder in anderen Ländern unterwegs gewesen, wenn die Päckchen verteilt wurden. Sie hat sich ein ganzes Netzwerk aufgebaut und verteilt Wollspenden an eifrige Strickerinnen, die Pullover, Pullunder, Ponchos, Puppenkleidchen, Schals und viele andere Dinge stricken.
In diesem Jahr organisiere ich das jährliche Spinntreffen und habe die TeilnehmerInnen gebeten, einen „Schal für Hella“ zu stricken und im Oktober mitzubringen. Meiner ist in dieser Woche fertig geworden und ich hatte letztlich dann so viel Spaß dabei, dass ich gleich den nächsten Schal angeschlagen habe. Das Spinntreffen ist erst im Oktober und einen oder zwei weitere Schals kriege ich bestimmt noch rechtzeitig fertig.

Die Farben des rundgestrickten Schals stimmen nicht, das Licht war beim Foto schon zu schlecht. Das Rot ist eher pink und leuchtet fast neonfarben.

Schuhkartons für diese Aktion haben vor Jahren meine Kinder schon mitgefüllt. Es ist aber noch einmal eine völlig andere Sache, wenn man jemanden kennt, der bei diesen Fahrten dabei ist und uns über Whatsapp mit Fotos und Videos und sehr persönlichen Eindrücken auf dem Laufenden hält.  Uns geht es hier in Deutschland so gut und es ist nur richtig, wenn wir von unserem Überfluss ein wenig an Kinder abgeben, die zum Teil noch nie in ihrem Leben ein Geschenk bekommen haben, die kein eigenes Spielzeug besitzen und sich auch über Duschgel und Zahnbürsten freuen können.
Die Schals sind nicht mal so eben gestrickt, es dauert schon eine Weile. Aber man kann viele gute Gedanken einstricken und das glatt rechts Gestricksel in der Runde geht auch noch gut, wenn man müde ist.

Beutezug

Dass ich am vergangenen Wochenende mit einer lieben Strickfreundin Wolle shoppen war, hatte ich  Euch ja schon erzählt. Ich bin echt heilfroh, dass meine „unkreative“ Phase nun wieder vorbei ist – ich bin aber trotzdem ohne jede Idee zum Wollgeschäft gefahren. Normalerweise springt mich in solchen Geschäften irgendetwas an und klammert sich an mir fest. Meist habe ich dazu dann entweder schon eine Idee im Kopf oder mir fällt spontan ein, welches Muster ich schon längst mal stricken wollte. Natürlich war das auch dieses Mal so und ein kleiner Zauberball mit dem bezeichnenden Namen „Red to go“ von Schoppel musste unbedingt mit. Sockenwolle geht irgendwie immer. Bei Euch auch?

Ivona, die strickbegeisterte Ladeninhaberin von der Woolbar, strickte gerade auch an einem Paar Socken aus Schoppelgarn, das mir sehr gut gefiel. Leider hatte sie es nicht mehr im Laden, doch mir fiel wieder ein, dass ich vor längerer Zeit im Schoppel-Werksverkauf mal ein ähnliches Knäuel gekauft hatte. Und das habe ich dann zu Hause sofort aus der Kiste befreit und es liegt seitdem an meinem Strickplatz und wartet auf die Nadeln. Die „Verkleckste Kräuterhexe“ ist eine schiefgelaufene Färbung, die es nur eine kurze Zeit nur im Werksverkauf gab und ich bin froh, ein Knäuel davon ergattert zu haben.

Aber zurück zu meinem Shopping-Ausflug. Ein Tuch im Fenster der Woolbar war mir schon bei der Ankunft aufgefallen, ein warmes, großes Tuch mit einer ungewöhnlichen Kante. Das Originalgarn von Rowan war so überhaupt nicht meins, auch wenn es einen tollen Glanz hat und so begann ich eine Suche nach einem Ersatzgarn. Nach einigem Überlegen entschied ich mich dann für ein Wollgarn von Rowan in wollweiß. Ich denke, dass wird ein edles Tuch und mein Gestrick für die Tage im Krankenhaus. Starten werde ich das bereits zu Hause, damit die Nadelstärke schon ausgesucht und festgelegt ist und ich nicht auch noch so viel Strickzubehör mitnehmen muss. Und damit ich weiß, wie das Muster funktioniert und groß darüber nachdenken zu müssen, einfach weiterstricken kann. Nach meiner letzten OP war ich ziemlich fertig und hatte das Gefühl, dass viele Gehirnzellen einfach weiter geschlafen haben – einige sind offensichtlich bis heute nicht wieder aufgewacht.

Zusätzlich dazu fand ich noch ein Set mit Wollgarn in aufeinander abgestimmten Farbtönen. Passend dazu nahm ich eine Kontrastfarbe mit. Das Tuch, dass ich damit stricken möchte, sehe ich im Kopf schon vor mir und freue mich wie verrückt auf das Stricken. Ich glaube, das wird sehr schön. Damit werde ich aber erst anfangen, wenn ich wieder zu Hause bin, kurz bevor ich in die Reha fahre. Damit ich nicht vergesse, was ich dazu im Kopf habe, habe ich mir eine kleine Zeichnung gemacht. Sicher ist sicher. Mehr wird dazu aber noch nicht verraten.

Das dänische Tuch

Im vergangenen Oktober waren ein paar Strickfreunde und ich das zweite Mal gemeinsam auf einer Strickreise in Dänemark. Wir mieten dann ein Ferienhaus, dass groß genug für unsere Wünsche ist und verbringen eine Woche gemeinsam mit Kochen, Stricken, Spinnen, Spazieren gehen, Diskutieren. Vor allem mit viiiiiel Stricken. Natürlich gehören auch Shopping-Touren zu wolligen Ausflugszielen mit zu unserem Standardprogramm und unser aller Lieblingsladen ist in der Nähe von Ringköbing, das am oberen Ende vom gleichnamigen Fjord liegt. Bei der Planung hatten wir natürlich schon darauf geachtet, dass wir nicht all zu weit entfernt unser Haus mieten.

Bei diesem Besuch habe ich mir eine Strickpackung für ein gestreiftes Tuch mitgenommen, dass ich nun gestrickt habe. Und in Gedanken war ich dabei immer wieder in den Dünen, am Strand, am Meer, habe das Meeresrauschen gehört, den Wind und die Möwen. Sehr besinnlich und sehr erholsam.

Das Tuch ist ein langgezogenes Dreieck, bei dem an beiden Seiten in gleichmäßigen Abständen zugenommen wird. Die Materialpackung ist ziemlich knapp bemessen gewesen, ich bin mit dem Garn für die angegebene Streifenfolge nicht hingekommen, obwohl ich sogar mit der gleichen Nadelstärke gestrickt habe. Das war in diesem Fall aber egal, so habe ich  halt ein wenig improvisieren müssen und wer nicht weiß, wo ich etwas geändert habe, sieht das auch nicht. An den Ecken waren eigentlich Kreise angedacht, die habe ich  mir gespart und aus den wenigen kleinen Resten noch kleine Blümchen gehäkelt, die ich dann aufgenäht habe.
Ich bin hochzufrieden mit meinem neuen Schal-Tuch und ich denke, ich werde es oft tragen..

Spinntreffen Tuch

Im vergangenen Jahr war das jährliche Spinntreffen in Plön. Wir hatten eine wunderbare Zeit mit tollen  Menschen, die ich teilweise schon viele, viele Jahre kenne. Weil ich Lust auf ein neues Projekt hatte, habe ich dort ein Tuch angefangen. Aus Garnen, die dort zum Tausch oder Kauf angeboten wurden. Die Grundlage ist ein Muster von Drops, das ich allerdings abgewandelt habe. Meine Streifen sind deutlich breiter und auch die gekräuselten Abschnitte sind doppelt gestrickt, obwohl die Anleitung dort nur einen einfachen Faden vorsah. Weil wir im Anschluss an das Stricktreffen noch zu einem Strick-Urlaub nach Dänemark gefahren sind und ich dort mit der  Herzensfreundin gemeinsam ein anderes Tuch fertig stricken wollte, blieb dieses Tuch liegen. Inzwischen ist es fertig geworden. Zuerst war ich mir nicht schlüssig, ob es mir gefällt, aber je länger es auf Mrs. Beeton hängt, desto mehr mag ich es.

Verwendet habe ich für die glatten Streifen einen Faden von einem Zauberball 100 in der Farbe Rauchzeichen zusammen mit einem Faden Lang Yarns Alpaca. Das fasst sich zusammen wunderbar weich und kuschelig an. Die gekräuselten Zwischenstreifen habe ich aus einem doppelt genommenen Soft Lamb von Ruppert gestrickt. Das Garn fasst sich deutlich fester an und bildet so einen schönen Kontrast zu den weichen Streifen. Verbraucht habe ich zwei Knäuel von den Zauberbällen, vier 25g-Knäuel vom Alpaca-Garn und zwei 50g-Bobbel vom Ruppert-Garn.

In diesem Jahr ist das Spinntreffen im Oktober in Solingen. Wenn  jemand von Euch Interesse an der Teilnahme hat, könnt Ihr Informationen dazu bei mir anfordern.

Kommt gut in die neue Woche und lasst Euch nicht ärgern 🙂