Samstagsplausch 45 / 2017

Diese Woche war so angefüllt mit Aktivitäten und Überlegungen, dass sie sehr schnell vergangen ist. Manchmal ist mir das fast schon ein wenig unheimlich, wie sehr die Zeit rennt.

Ich habe mir in dieser Woche viele Gedanken über meine Weihnachtspäckchen gemacht und hatte – hoffentlich – gute Ideen. Mit den ersten Geschenken habe ich auch schon angefangen und bin noch recht zuversichtlich, dass ich alles rechtzeitig fertig bekomme. Ich glaube, so früh war ich noch nie. Trotzdem wird es gegen Ende bestimmt wieder hektisch, so wie in jedem Jahr kommt Weihnachten wie immer sehr überraschend.

Um meine Mutter zu entlasten, helfe ich ihr in diesem Jahr bei einem Weihnachtsbrunch. Das haben wir noch nie gemacht, aber selber kochen kommt dieses Jahr nach dem Unfall meiner Mutter nicht infrage und Restaurants an Weihnachten sind auch ein sehr zweifelhaftes Vergnügen. Überfüllt und laut und gegessen wird entweder spät oder unter Zeitdruck (weil schon die nächste Tischbelegung im Anmarsch ist), das mögen wir nicht. Also Brunch. Ich suche noch nach kleinen Ideen, die man möglichst schon einige Tage vorher vorbereiten kann. Habt Ihr da Vorschläge für mich? So viel Zeit habe ich ja leider auch nicht, weil ich dann schon wieder arbeiten werde, aber trotzdem noch Therapie- und Arzttermine habe, gerade in der Woche vor den Feiertagen.

Gestrickt habe ich in dieser Woche kleine, einfache Kindercowls aus übrig gebliebenen Knäueln. Drei Stück habe ich gemacht, die ich jetzt in Kartons packen werde, die dann zur Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ gehen sollen. Eine gute Freundin von mir ist schon ein paar Mal mitgefahren, wenn die Päckchen in Rumänien oder in der Ukraine verteilt worden sind und hat sehr berührende Bilder von der Freude der Kinder mitgebracht. Wenn man das im Kopf hat, geht einem das Dauergejammer in diesem Land noch viel mehr auf die Nerven als ohnehin schon. Und man schüttelt den Kopf über so eine bescheuerte Diskussion, ob die Geschäfte an Heilig Abend geöffnet werden sollen, nur weil das in diesem Jahr ein Sonntag ist. Lasst doch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern da auch mal einen freien Sonntag und plant einfach ein bisschen besser, liebe Leute. Und nein, auch das Argument mit den „frischen Lebensmitteln“ zieht da bei mir nicht.

So, nun scheint gerade ein wenig die Sonne bei uns und ich düse noch mal schnell in den Garten. Die Korkenzieherhasel muss dringend verkleinert werden. Die abgeschnittenen Zweige nehme ich nächstes Wochenende mit zu einem Stricktreffen. Die lassen sich gerade in dieser Zeit immer so schön dekorieren und wenn man sie kaufen muss, sind sie ziemlich teuer. Es wäre schade, die Zweige einfach so wegzuwerfen. Später lese ich dann noch mal, was bei Euch so los gewesen ist in dieser Woche.

Den Samstagsplausch organisiert Andrea und wer noch so mitgemacht hat, könnt Ihr auf ihrer Seite nachlesen.

Samstagsplausch 44 / 2017

Mein Samstagsplausch ist heute ein Sonntagsplausch, wofür es eigentlich gar keinen Grund gibt. Außer vielleicht dem, dass ich gestern keine Lust auf den Computer hatte.
Die letzte Woche ist einfach nur so vorbei geflogen. Lag vielleicht an dem ungewöhnlichen Feiertag am Dienstag und der Tatsache, dass ich am Mittwoch Geburtstag hatte. Meine Familie hat mich sehr verwöhnt und mir dänischen Kuchen besorgt. Geschenke gibt es bei uns nicht großartig, aber ich bekam das tolle Puzzle, dass ich mir ein paar Tage vorher in Bremerhaven ausgesucht hatte. Nun liegt es hier auf dem Esstisch und wartet darauf, dass ich zusammensetze.

Stricktechnisch habe ich  nicht viel hinbekommen. Mein Plan für die vergangene Woche war, ein neues Tuch zu beginnen. Eines in der Fair Isle Technik, die ich ja in diesem Jahr unbedingt lernen wollte. Zumindest war das der Plan am Anfang dieses Jahres. Ich hatte mich dann auch einige Wochen lang intensiv damit beschäftigt und begonnen, eine kleine Broschüre zu erstellen, über die Insel Fair Isle, über die Anfänge der Stricktechnik und die ersten Funde dazu und mit einer Strickanleitung zur Gunnisterman-Purse. Davon habe ich auch einige gestrickt, mit dem Hintergedanken, diese dann zusammen mit meinen schriftlichen Ergebnissen an Freunde zu verschenken. Dann stürzte ich auf der Treppe, verdrehte mir das Knie und das Unheil dieses Jahren nahm seinen bekannten Verlauf. Die starken Schmerzmittel, die ich relativ schnell bekam, machten mich sehr müde, die Kraft und die Konzentration reichten für die Arbeit, aber für mehr nicht. So blieb das mit dem Fair Isle Stricken auf der Strecke. Jetzt endlich aber wollte ich das schon Angelesene und in Kleinteilen erprobte gerne größer umsetzen, suchte mir das Muster für das schon so lange angeschmachtete Tuch, bestellte das Buch und das Material und legte los. Und ribbelte. Und startete erneut. Und ribbelte. Immer wieder von vorne, bis mir aufging, dass ich wohl erst noch etwas anderes in dieser Technik stricken muss, bevor ich mit dem Tuch anfangen kann. Und wieder bestellte ich Material und während ich darauf wartete, studierte ich Youtube-Videos mit Anleitungen zur Technik. Wenn schon, denn schon – dieses Mal wollte ich auch gleich mit dem beidhändigen Stricken üben. Aber ganz ehrlich, meins ist das beidhändige Stricken nicht. Ich habe einfach ein Problem mit der Fadenspannung auf der rechten Hand. Und vielleicht auch gerade nicht ausreichend Geduld, so lange zu warten, bis es kein Problem mehr ist sondern Routine. Ich möchte nun erst mal mein Probestück, eine Hülle für mein Tablet, zu Ende stricken und dann noch einmal mit dem Tuch beginnen. Dann kriege ich vielleicht auch noch die Kurve, meine Aufzeichnungen zu vervollständigen.

Nun werde ich noch ein wenig bei Euch lesen und dann verschwinde ich auf das Sofa, heute steht zwingend „V wie Vendetta“ auf dem Programm. Bei Euch auch? Ist doch schließlich in meinem Lieblingsland heute Guy Fawkes Day. Und vielleicht kennt Ihr das ja:

Remember, remember
the Fifth of November
Gunpowder, treason and plot;
I see no reason
why gunpowder treason
Should ever be forgot.

Macht es gut und startet gut in die neue Woche.

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Samstagsplausch 42 / 2017

Leider kriege ich beim Bloggen zur Zeit nicht so viel hin. Wenn Ihr hinter die Kulissen gucken könntet, würde Ihr jede Menge Entwürfe von Blogartikeln sehen, bei denen hauptsächlich noch die Bilder fehlen. Zuerst habe ich keine Fotos gemacht, weil das Licht immer so trübe war, dann habe ich ganz viel fotografiert, war aber nicht in der Lage, die Fotos vom Handy oder von der Kamera auf den uralten Rechner zu ziehen. Daran arbeite ich noch immer, weil es auch mit verschiedenen Tricks einfach nicht funktionieren will.  Eine Idee hatte ich vorhin noch, wenn das klappen würde, wäre das eine Lösung.

Damit hier wenigstens etwas passiert, bin ich so oft es eben geht beim Freitagsfüller dabei (wobei es mir nicht gelingt, auf Barbaras Seite einen Kommentar zu hinterlassen – ich habe offensichtlich gerade kein gutes Karma in technischen Dingen) und beim Samstagsplausch. Darauf freue ich mich auch immer schon, weil ich mir dann auch die Zeit nehme, bei den anderen Plauschern zu lesen, auch wenn ich nicht überall Kommentare hinterlasse.

Die vergangene Woche war relativ ruhig. Ich hatte Zeit, mich vom Spinntreffen in Solingen zu erholen, neue Ideen zu planen (und davon habe ich sehr viele zur Zeit – und ganz ungewöhnliche dazu) und Dinge zu erledigen, die ich in Solingen versprochen hatte. Die Schmerzmedikation habe ich  nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt jetzt etwas reduziert und schleiche mich aus dem verhassten Medikament gerade langsam raus. Das funktioniert zu  meiner Freude recht gut, und ich habe die Hoffnung, dass die müden und konzentrationsschwachen Tage dann bald der Vergangenheit angehören. Es ist echt sehr unbefriedigend, wenn man nur eine Konzentrationsfähigkeit von einer Streichholzschachtel hat.
Da ich nun absehen kann, dass ich bald wieder arbeiten gehe, habe ich noch mal überdacht, was ich unbedingt in der ruhigen Zeit noch fertig machen möchte. Eines meiner absoluten Großprojekte liegt nun wieder auf dem Tisch und ich habe schon angefangen, daran zu arbeiten. Es wird eine Regenbogen-Decke aus Patchen. Die Einzelteile sind schon lange fertig, nur am Zusammenfügen bin ich immer wieder gescheitert. Ich habe da schon einige Anläufe hinter mir, war aber mit dem Ergebnis nie so richtig zufrieden. Nun habe ich mich doch wieder für den altbekannten Weg entschieden und es scheint zu funktionieren.

Heute steht noch ein Ausflug nach Bremerhaven auf dem Programm. Ich möchte gerne in den Laden im Mediterraneum, der so wunderbare Puzzle hat und auch der Möbelschwede wäre mal wieder an der Reihe. Ich schaue dann später noch mal vorbei und lese nach, was Ihr so erlebt habt in der vergangenen Woche. Macht es gut, bis später.

Samstagsplausch 40 / 2017

Letzten Samstag habe ich von dem Strickstück erzählt, dass ich unbedingt fertig machen muss. Nun ja, es ist noch immer nicht fertig und nun wird es  wirklich allerhöchste Eisenbahn. Stattdessen überlege ich, ob ich nicht ein Bestseller-Sachbuch schreiben soll. Titel: „Wie prokrastiniere ich richtig oder: Aufschieben für Anfänger“. Was ist mir nicht alles eingefallen, um mich vor der Arbeit zu drücken, auf die ich keine Lust hatte. Beispiel gefällig? Ich gehe in die Küche, um das Mittagessen vorzubereiten. Eigentlich wäre noch reichlich Zeit … Ich schäle die Kartoffeln. Und bringe den Biomüll raus in die Tonne am Ende des Gartens. Ach ja, der restliche Müll könnte  auch raus. Dann fällt mein Blick auf die geschenkten Äpfel. Kuchen backen, okay, das ist eine gute Idee. Ich schäle die Äpfel und mache den Teig. Ich bringe den Biomüll raus. Dann räume ich die Küche auf, dazu muss ich erst mal die Spülmaschine ausräumen und teilweise wieder einräumen. Nun ist es Zeit für die restlichen Vorbereitungen für das Mittagessen. Und plötzlich war der komplette Vormittag weg und mein Strickstück kein bisschen weiter. So kann man halt auch seine Zeit vertrödeln. Und das Tochterkind zog ein langes Gesicht, weil es weder an der Zubereitung des Essens noch an der des Kuchens beteiligt war. Könnt Ihr auch gut aufschieben, wenn Ihr zu Dingen keine Lust habt? Wie auch immer, an diesem Wochenende ist die letzte Gelegenheit, das Geschenk fertig zu  machen, nun gibt es kein Zurück mehr. Und genau das wollte ich vermeiden, indem ich so früh angefangen habe.

Der Rest der Woche war eher durchwachsen. Mein Notebook, an dem ich hauptsächlich geschrieben habe, hat erst geschwächelt und dann sein Leben doch noch ausgehaucht. Weil ich nicht so genau weiß, was ich nun kaufen muss und das Geld für diesen ungeplanten Austausch eigentlich auch nicht mal eben so übrig habe, nutze ich nun das noch ältere Notebook vom ausgezogenen Sohn, der das hier gelassen hat. An die völlig andere Tastatur muss ich mich erst gewöhnen. Und wenn ich einen Weg gefunden habe, die Bilder von der Speicherkarte auf das Notebook zu kriegen, kann ich auch die Blogposts hochladen, die ich schon geschrieben habe.
Mitte der Woche hat uns hier der Sturm sehr in Atem gehalten. Weil keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr fuhren (und es bislang noch immer nicht tun), musste ich mehrfach nach Bremen ausrücken und die Familie dort mit dem Auto einsammeln. Jedesmal waren andere Teile der Wegstrecke wegen umgefallener Bäume gesperrt, dafür kenne ich jetzt neue Schleichwege. So ganz grundsätzlich mag ich diese Naturgewalten, die uns immer mal wieder zeigen, dass wir nicht alles kontrollieren können. Das ist auch gut so.
Fertig geworden sind wenigstens Sockenpaare aus meiner UFO-Aktion #ichbineinufoholmichhierraus und ich habe eine sehr berührende Liebesgeschichte gelesen. Aber das zeige ich Euch alles noch. Wenn das mit den Bilder klappt.

Kommt gut in die neue Herbstwoche und macht es Euch mit Tee, Keksen und Handarbeitszeug gemütlich.

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Samstagsplausch 34 / 2017

Zur Zeit stehe ich ziemlich neben mir. Die starken Schmerzmittel setzen mich außer Gefecht, ich bin müde und sehr unkonzentriert und verbringe meine Tage mit Stricken, Lesen und vor allem mit Schlafen. Im Netz bewege ich mich nur selten und wenn höchstens ganz kurz für eine schnelle Recherche oder eine dringende Bestellung. Für jemanden, der über lange Zeit mit nur vier Stunden Schlaf in der Nacht auskommt und selten überhaupt mehr als sechs Stunden schläft, bedrückt mich diese Müdigkeit extrem.
Daneben schlägt das Leben Kapriolen: das geflutete Gäste-WC ist nun wieder trocken, weil alles neu ist;  meine Mutter ist mit dem Fahrrad gestürzt und hat sich den Oberschenkel gebrochen – sie ist inzwischen operiert und geht nächste Woche in die Reha; die kaputte Waschmaschine ist gegen eine neue ausgetauscht. Es läuft irgendwie alles nicht so richtig rund.

Nur stricktechnisch geht es voran. Ich habe ein paar UFOs fertig gemacht und Projekte begonnen, für die ich das Material und die Anleitung teilweise schon länger liegen hatte. Außerdem stricke ich für das Tochterkind und ihre beste Freundin. Dieses unbeschwerte Stricken hält mich über Wasser und macht mir Spaß.
Mein Bücherstapel neben dem Bett schrumpft auch. Allerdings lese ich vorrangig die Bücher, die leicht und schnell zu lesen sind. Bände, die sprachlich herausfordernd sind oder die inhaltlich nicht so einfach sind und mehr Konzentration erfordern habe ich nach hinten geschoben.

Sobald ich mir mal Gedanken über gescheite Fotos gemacht habe, wird auch hier wieder mehr passieren. Ich bin ja leider keine große Foto-Expertin und die meisten Bilder, die ich mache, genügen meinen Ansprüchen nicht. Leider reicht meine Geduld aber gerade nur für schnelle Fotos und so bleiben die Artikel für das Blog ungeschrieben. Ich werde daran arbeiten.

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Samstagsplausch 30 / 2017

Diese Woche lief ziemlich unrund und  holperig. Und sie bescherte mir einen heftigen Flashback zu einer alten Geschichte, auf den ich liebend gerne verzichtet hätte. Und das kam so:
Wenn ich längere Zeit zu Hause bin und nicht so viel machen kann, habe ich mir angewöhnt, das Fernsehen nebenbei laufen  zu lassen. Normalerweise krame ich dann mal hier und da, stricke, lese in Zeitschriften und verlasse auch manchmal den Raum, so dass ich dann meist Dokumentationen auf ZDFInfo anschaue. Dort laufen entweder ZDF History-Folgen oder Folgen der Reihe Terra X. Das finde ich interessant, auch wenn mich nicht alle Folgen brennend interessieren und es ist nicht schlimm, wenn man mal einige Minuten einer Folge verpasst.
Diese Woche liefen an einem Nachmittag Folgen über deutsche Justizvollzugsanstalten. Eine über den Männer-Vollzug, eine über den Frauen-Strafvollzug und eine Folge über die Sicherungsverwahrung. Dabei kamen sowohl Mitarbeiter wie auch Insassen zu Wort. Es war sehr interessant, die sehr unterschiedlichen Wahrnehmungen kennen zu lernen und ein wenig mehr über den Alltag im Strafvollzug zu erfahren.
Und während ich da so zugeschaut und nebenher gestrickt habe, fielen mir auf einmal wieder immer mehr Detail zu einer furchtbaren Geschichte ein, die sich vor ein paar Jahre an der Schule meiner Kinder abgespielt hat und die deutliche Spuren vor allem bei der Tochter hinterlassen hat. Die Schulzeit ist seitdem ein Thema, dass hier im Haus gemieden wird.
Kurz vor Weihnachten 2009 wurde eine Lehrerin unseres Gymnasiums von einem ehemaligen Schüler brutal ermordet. Der Sohn hatte die Schule nach dem Abitur im Frühjahr des gleichen Jahres verlassen und war schon an seinen Studienort umgezogen, die Tochter hatte noch eineinhalb Jahre bis zu ihrem Abschluss. Beide kannten und schätzten die Lehrerin – der Sohn war mit dem Täter von der 5. bis zur 13. Klasse gemeinsam im Unterricht.
Wenn man von solchen Taten in den Medien hört, denkt man darüber nach, wie schrecklich das ist – aber es findet in aller Regel weit weg von der eigenen Lebenswirklichkeit statt. Wenn aber die Gewalt so unvermittelt in das Leben eindringt, muss man sehr aufpassen, dass man sich davon nicht vereinnahmen lässt und einen Weg für sich und in meinem Fall auch für das betroffene Kind zu finden.
Im August 2010 wurde der junge Mann zu 15 Jahre Gefängnis und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Und der Bericht über die Männer in der Sicherungsverwahrung war es auch, der meine Gedanken in diese ungute Richtung lenkte. Die vorgestellten Männer hatten so überhaupt keine Einsicht in die Tragweite ihrer Taten und stellten sich als Justizopfer und als völlig ungefährlich dar. Da schüttelt man als Zuschauer fassungslos den Kopf. So wie ich es damals über die Tat des jungen Mannes tat und immer noch mache. Aber nachdem das Thema Schule nun schon seit Jahren bei uns abgeschlossen ist, denke ich nicht mehr oft an diese Geschichte. Und das ist auch gut so.

Aber es gab nicht nur Tragisches in dieser Woche. Ich habe viel gestrickt und das teilweise wieder aufgeribbelte Tuch inzwischen umgetauft in „Das Tuch, das nicht fertig werden möchte“. Die vorgenommenen Änderungen haben nämlich  nicht gereicht, ich bin zwar beim erneuten Stricken der Abschlusskante etwas weiter gekommen als im ersten Anlauf, aber das Garn reichte immer noch nicht. Ich habe mich entschieden, dass jetzt sportlich zu sehen und habe schmunzelnd einen dritten Anlauf gestartet und nun ist das Tuch doch fertig geworden.
Außerdem habe ich mich entschieden, an der UFO-Aktion „Ich bin ein UFO, hol mich hier raus“ teilzunehmen, was auch ein Grund zum Lächeln ist.

Ein Arztbesuch am Donnerstag beruhigte mich ein wenig und die Stimmung in der Praxis und der überaus sympathische Arzt brachten mich sogar zum Lachen – irgendwie schaffen die das immer. Leider ist die Schmerzmedikation jetzt noch einmal nach oben gesetzt worden und ich kämpfe wieder mit den Nebenwirkungen des Medikamentes. Irgendwas ist ja immer.

An diesem Wochenende sind wir mit Freunden verabredet, darauf freue ich mich schon. Das Wetter verspricht ja leider kein Highlight, so dass ich mich außerdem ganz entspannt mit dem Strickzeug und/oder einem Buch niederlassen kann.

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Samstagsplausch 29 / 2017

Diese Woche war erwartungsgemäß ziemlich ruhig hier im Haus. Am letzten Wochenende war ich tatsächlich noch immer damit beschäftigt, wieder zu Hause anzukommen. Das hat mich ein wenig überrascht, weil ich dachte, das ginge schneller. Aber gut. Nun bin ich also wieder hier. Es fällt mir jetzt erst auf, wie viel in den vergangenen Wochen, die ja gefüllt waren mit dem Umzug des Sohnes und den Überstunden bei der Arbeit, um meine Abwesenheit vorzubereiten, hier liegen geblieben ist. Alles schaut mich an, was ich vor dem Krankenhaus nicht mehr geschafft habe.  Ich denke, solche Situationen kennt jeder. Ich versuche also, mich zu entspannen und habe angefangen, ganz langsam – schnell geht sowieso gar nicht – das eine oder andere abzuarbeiten. Ich habe ja Zeit. Mein neues Mantra übrigens. Klappt nur noch nicht so ganz.

Am Mittwoch hat mich die Tochter zur Wolldealerin meines Vertrauens gefahren. Ich wollte für den Reha-Schal noch ein letztes Knäuel besorgen, weil ich aller Berechnungen zum Trotz mit dem Material nicht hingekommen bin. Leider war die richtige Farbe nicht mehr da und auch nicht mehr zu besorgen, nun muss ich einen Teil vom Schal wieder aufmachen und noch mal mit leichten Änderungen stricken. Das ist kein großes Problem und vielleicht sogar besser, als für die letzten fehlenden paar Meter noch einmal ein ganzes 100g Knäuel anzufangen. Dieses „Rausfahren“ hat mal ganz gut getan und wir hatten so gemeinsam einen netten Vormittag. Noch konnte mich zum Ribbeln nicht aufraffen und habe erst einmal ein anderes Tuch fertig gestrickt. Das zeige ich Euch im Laufe der Woche – ich bin schwer begeistert davon.

Jetzt schaue ich erst mal, was sich bei Euch in der vergangenen Woche getan hat, bis gleich.

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Samstagsplausch 21 / 2017

Schon wieder eine Woche vorbei. Das ging aber schnell. Und mit diesem Feiertag und dem Urlaubstag danach bin ich mit den Tagen ganz durcheinander. Geht Euch das auch so?
Hier zu Hause geht jetzt alles in den Endspurt. Der Sohn ist wieder ausgezogen, das über das Internet gebuchte Umzugsunternehmen hat ganze Arbeit geleistet und den  Umzug schnell und professionell über die Bühne gebracht. Nun packt das große Kind seine Kisten wieder aus und richtet sich ein. Ein paar Tage hat er ja noch, bevor er seine Arbeit aufnimmt. Es bleibt spannend. So gelegentlich überkommt mich ein Flashback und ich denke an meine ersten Arbeitstage und wie aufregend das damals alles war. Schöne Erinnerungen.

Heute Nachmittag hatte ich Graf Ribbel zu Besuch und habe ihn  zwei angefangene Projekt aufribbeln lassen. Nun bin ich tatsächlich ein bisschen erleichtert, so viele angefangene Projekte, die mir keinen wirklichen Spaß machen, belasten mich eher. Und für das Garn finde ich sicher noch eine andere Verwendung.

Genießt noch  einen tollen Sonntag und startet gut in die neue Woche.

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Samstagsplausch 18 / 2017

Mein Samstagsplausch ist in dieser Woche ein Sonntagsplausch. Was auch mal ganz schön ist.

In der vergangenen Woche haben wir eine große Hürde genommen: der Sohn hat eine Wohnung in Wetzlar. Am Dienstag bin ich sehr früh am Morgen in den Zug nach Gießen gestiegen und habe mich dort mit dem Sohn getroffen. Den Nachmittag über haben wir uns dann verschiedene Wohnung in Wetzlar angesehen und sind schon ziemlich verzweifelt gewesen, als wir an der letzten Adresse ankamen. Doch die Wohnung ist ganz schön, liegt in einer ruhigen Seitenstraße und sehr günstig zur kommenden Arbeitsstelle. Leider ist sie ziemlich runtergewirtschaftet und erfordert einiges an Renovierungsarbeit, aber man kann sie sich wirklich hübsch machen. Und sie hat einen wunderbaren Ausblick über ein kleines Tal mit bewaldeten Hügeln im Hintergrund. Das passt schon. Danach sind wir dann wieder in den Wagen gestiegen und noch die 400 km nach Hause gefahren. Ziemlich genau 18 Stunden nachdem ich das Haus am Morgen verlasse hatte, kamen wir wieder zu Hause an. Das war extrem anstrengend für mich und ich war froh, dass ich noch einen Tag frei hatte, bevor ich wieder zur Arbeit musste.
Mit den Renovierungsarbeiten habe ich nun nichts zu tun und die Organisation vom Umzug und die vorbereitenden Arbeiten sind keine große Herausforderung mehr für mich.

Gestern habe ich dann endlich meinen Geburtstags-Gutschein von meinen Strickmädels eingelöst. Ich bin schon näher am nächsten Geburtstag dran, als der letzte zurückliegt und das wurde Zeit. Außerdem wollte ich das noch unbedingt vor der Operation erledigen, weil ich danach ja ungefähr ein halbes Jahr lang kein Auto fahren darf. Wir hatten also einen netten Vormittag im Wollgeschäft und ich habe mir ein paar tolle Projekte für die Zeit im Krankenhaus und in der Reha ausgesucht. Das ist dann etwas, worauf ich mich bei allem Ungemach, das mich erwartet, wirklich freuen kann.

Hoffentlich bis dahin fertig sollte mein 36-Colors-Schal sein. Da bin ich jetzt inzwischen bei den warmen Farben angekommen. Nachdem ich mich erst ein wenig schwer getan habe, läuft es jetzt ganz gut und mir macht der Schal Spaß. Die Lust am Stricken ist also zurück, alles wieder im grünen Bereich und ich bin reichlich erleichtert.

Den Samstagplausch gibt es jede Woche bei Andrea und ich werde jetzt nachsehen, wie die Woche bei den anderen Mitschreibenden war.

Samstagsplausch 17 / 2017

Gestern war die Akademische Feierstunde, in der der Sohn sein Zeugnis und gefühlt hunderte von Unterlagen bekommen hat. Die TU Clausthal veranstaltet zweimal jährlich eine solche Feierstunde und ehrt damit die Studenten, die ihr Studium abgeschlossen haben, egal ob sie Bachelor, Master oder einen Doktortitel erreicht haben. 362 Studenten bekamen gestern ihre Zeugnisse – damit erklärt sich auch, warum solche Feierstunden meist nur in kleinen Universitäten in einem solchen Rahmen gefeiert werden.

Die Feierstunde fand in der Aula statt, ein wunderbarer Kuppelsaal mit Galerie und beeindruckenden, alten, verzierten Holzstühlen.

Die Kuppel zieht immer wieder die Blicke auf sich.

Es war eine schöne Feier und für den Sohn ist damit nun das Studium abgeschlossen. In einem Monat wird er seinen Umzug hinter sich haben und ins Berufsleben starten. Welch ein erhebendes Gefühl. Endlich Geld verdienen – keine Studentenbude mehr, sondern eine ernst zunehmende Wohnung – nicht mehr das alte, altersschwache, vom Opa geerbte Auto, sondern einen kleinen Jahreswagen-Flitzer. Aber auch: 8-Stunden-Arbeitstage mit geregelten Arbeitszeiten – keine Vorlesungen mehr, die erst am Nachmittag beginnen -eine neue Stadt, die man sich erobern muss – und keine Kommilitonen, die man auf ein Bierchen besuchen kann. Dafür neue Herausforderungen, die ja das Leben spannend machen. Ich freue mich so sehr für ihn.

Das Wochenende werde ich ziemlich ruhig weitergehen lassen. Ein bisschen Lesen, ein bisschen Stricken, aber auch ein bisschen Haushalt, das Spinnrad möchte mal wieder bewegt werden und es ist doch sooo schöner Shetland-Kammzug in einem Korb neben dem Rädchen.
Diese Woche ist tatsächlich mal wieder etwas fertig geworden, die Phase der kreativen Unlust scheint nun hinter mir zu liegen. Ein gutes Gefühl und ich nutze das, um ein paar Dinge fertig zu machen, die hier liegen.  Das passt dann schon.

Was habt Ihr denn an diesen wunderbaren langen Wochenende so vor? Ich schaue mal beim Samstagsplausch von Andrea vorbei und lese, was Ihr so plant.