Samstagsplausch 34 / 2017

Zur Zeit stehe ich ziemlich neben mir. Die starken Schmerzmittel setzen mich außer Gefecht, ich bin müde und sehr unkonzentriert und verbringe meine Tage mit Stricken, Lesen und vor allem mit Schlafen. Im Netz bewege ich mich nur selten und wenn höchstens ganz kurz für eine schnelle Recherche oder eine dringende Bestellung. Für jemanden, der über lange Zeit mit nur vier Stunden Schlaf in der Nacht auskommt und selten überhaupt mehr als sechs Stunden schläft, bedrückt mich diese Müdigkeit extrem.
Daneben schlägt das Leben Kapriolen: das geflutete Gäste-WC ist nun wieder trocken, weil alles neu ist;  meine Mutter ist mit dem Fahrrad gestürzt und hat sich den Oberschenkel gebrochen – sie ist inzwischen operiert und geht nächste Woche in die Reha; die kaputte Waschmaschine ist gegen eine neue ausgetauscht. Es läuft irgendwie alles nicht so richtig rund.

Nur stricktechnisch geht es voran. Ich habe ein paar UFOs fertig gemacht und Projekte begonnen, für die ich das Material und die Anleitung teilweise schon länger liegen hatte. Außerdem stricke ich für das Tochterkind und ihre beste Freundin. Dieses unbeschwerte Stricken hält mich über Wasser und macht mir Spaß.
Mein Bücherstapel neben dem Bett schrumpft auch. Allerdings lese ich vorrangig die Bücher, die leicht und schnell zu lesen sind. Bände, die sprachlich herausfordernd sind oder die inhaltlich nicht so einfach sind und mehr Konzentration erfordern habe ich nach hinten geschoben.

Sobald ich mir mal Gedanken über gescheite Fotos gemacht habe, wird auch hier wieder mehr passieren. Ich bin ja leider keine große Foto-Expertin und die meisten Bilder, die ich mache, genügen meinen Ansprüchen nicht. Leider reicht meine Geduld aber gerade nur für schnelle Fotos und so bleiben die Artikel für das Blog ungeschrieben. Ich werde daran arbeiten.

Den Samstagsplausch organisiert Andrea und wer noch so mitgemacht hat, könnt Ihr auf ihrer Seite nachlesen.

Samstagsplausch 30 / 2017

Diese Woche lief ziemlich unrund und  holperig. Und sie bescherte mir einen heftigen Flashback zu einer alten Geschichte, auf den ich liebend gerne verzichtet hätte. Und das kam so:
Wenn ich längere Zeit zu Hause bin und nicht so viel machen kann, habe ich mir angewöhnt, das Fernsehen nebenbei laufen  zu lassen. Normalerweise krame ich dann mal hier und da, stricke, lese in Zeitschriften und verlasse auch manchmal den Raum, so dass ich dann meist Dokumentationen auf ZDFInfo anschaue. Dort laufen entweder ZDF History-Folgen oder Folgen der Reihe Terra X. Das finde ich interessant, auch wenn mich nicht alle Folgen brennend interessieren und es ist nicht schlimm, wenn man mal einige Minuten einer Folge verpasst.
Diese Woche liefen an einem Nachmittag Folgen über deutsche Justizvollzugsanstalten. Eine über den Männer-Vollzug, eine über den Frauen-Strafvollzug und eine Folge über die Sicherungsverwahrung. Dabei kamen sowohl Mitarbeiter wie auch Insassen zu Wort. Es war sehr interessant, die sehr unterschiedlichen Wahrnehmungen kennen zu lernen und ein wenig mehr über den Alltag im Strafvollzug zu erfahren.
Und während ich da so zugeschaut und nebenher gestrickt habe, fielen mir auf einmal wieder immer mehr Detail zu einer furchtbaren Geschichte ein, die sich vor ein paar Jahre an der Schule meiner Kinder abgespielt hat und die deutliche Spuren vor allem bei der Tochter hinterlassen hat. Die Schulzeit ist seitdem ein Thema, dass hier im Haus gemieden wird.
Kurz vor Weihnachten 2009 wurde eine Lehrerin unseres Gymnasiums von einem ehemaligen Schüler brutal ermordet. Der Sohn hatte die Schule nach dem Abitur im Frühjahr des gleichen Jahres verlassen und war schon an seinen Studienort umgezogen, die Tochter hatte noch eineinhalb Jahre bis zu ihrem Abschluss. Beide kannten und schätzten die Lehrerin – der Sohn war mit dem Täter von der 5. bis zur 13. Klasse gemeinsam im Unterricht.
Wenn man von solchen Taten in den Medien hört, denkt man darüber nach, wie schrecklich das ist – aber es findet in aller Regel weit weg von der eigenen Lebenswirklichkeit statt. Wenn aber die Gewalt so unvermittelt in das Leben eindringt, muss man sehr aufpassen, dass man sich davon nicht vereinnahmen lässt und einen Weg für sich und in meinem Fall auch für das betroffene Kind zu finden.
Im August 2010 wurde der junge Mann zu 15 Jahre Gefängnis und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Und der Bericht über die Männer in der Sicherungsverwahrung war es auch, der meine Gedanken in diese ungute Richtung lenkte. Die vorgestellten Männer hatten so überhaupt keine Einsicht in die Tragweite ihrer Taten und stellten sich als Justizopfer und als völlig ungefährlich dar. Da schüttelt man als Zuschauer fassungslos den Kopf. So wie ich es damals über die Tat des jungen Mannes tat und immer noch mache. Aber nachdem das Thema Schule nun schon seit Jahren bei uns abgeschlossen ist, denke ich nicht mehr oft an diese Geschichte. Und das ist auch gut so.

Aber es gab nicht nur Tragisches in dieser Woche. Ich habe viel gestrickt und das teilweise wieder aufgeribbelte Tuch inzwischen umgetauft in „Das Tuch, das nicht fertig werden möchte“. Die vorgenommenen Änderungen haben nämlich  nicht gereicht, ich bin zwar beim erneuten Stricken der Abschlusskante etwas weiter gekommen als im ersten Anlauf, aber das Garn reichte immer noch nicht. Ich habe mich entschieden, dass jetzt sportlich zu sehen und habe schmunzelnd einen dritten Anlauf gestartet und nun ist das Tuch doch fertig geworden.
Außerdem habe ich mich entschieden, an der UFO-Aktion „Ich bin ein UFO, hol mich hier raus“ teilzunehmen, was auch ein Grund zum Lächeln ist.

Ein Arztbesuch am Donnerstag beruhigte mich ein wenig und die Stimmung in der Praxis und der überaus sympathische Arzt brachten mich sogar zum Lachen – irgendwie schaffen die das immer. Leider ist die Schmerzmedikation jetzt noch einmal nach oben gesetzt worden und ich kämpfe wieder mit den Nebenwirkungen des Medikamentes. Irgendwas ist ja immer.

An diesem Wochenende sind wir mit Freunden verabredet, darauf freue ich mich schon. Das Wetter verspricht ja leider kein Highlight, so dass ich mich außerdem ganz entspannt mit dem Strickzeug und/oder einem Buch niederlassen kann.

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Samstagsplausch 29 / 2017

Diese Woche war erwartungsgemäß ziemlich ruhig hier im Haus. Am letzten Wochenende war ich tatsächlich noch immer damit beschäftigt, wieder zu Hause anzukommen. Das hat mich ein wenig überrascht, weil ich dachte, das ginge schneller. Aber gut. Nun bin ich also wieder hier. Es fällt mir jetzt erst auf, wie viel in den vergangenen Wochen, die ja gefüllt waren mit dem Umzug des Sohnes und den Überstunden bei der Arbeit, um meine Abwesenheit vorzubereiten, hier liegen geblieben ist. Alles schaut mich an, was ich vor dem Krankenhaus nicht mehr geschafft habe.  Ich denke, solche Situationen kennt jeder. Ich versuche also, mich zu entspannen und habe angefangen, ganz langsam – schnell geht sowieso gar nicht – das eine oder andere abzuarbeiten. Ich habe ja Zeit. Mein neues Mantra übrigens. Klappt nur noch nicht so ganz.

Am Mittwoch hat mich die Tochter zur Wolldealerin meines Vertrauens gefahren. Ich wollte für den Reha-Schal noch ein letztes Knäuel besorgen, weil ich aller Berechnungen zum Trotz mit dem Material nicht hingekommen bin. Leider war die richtige Farbe nicht mehr da und auch nicht mehr zu besorgen, nun muss ich einen Teil vom Schal wieder aufmachen und noch mal mit leichten Änderungen stricken. Das ist kein großes Problem und vielleicht sogar besser, als für die letzten fehlenden paar Meter noch einmal ein ganzes 100g Knäuel anzufangen. Dieses „Rausfahren“ hat mal ganz gut getan und wir hatten so gemeinsam einen netten Vormittag. Noch konnte mich zum Ribbeln nicht aufraffen und habe erst einmal ein anderes Tuch fertig gestrickt. Das zeige ich Euch im Laufe der Woche – ich bin schwer begeistert davon.

Jetzt schaue ich erst mal, was sich bei Euch in der vergangenen Woche getan hat, bis gleich.

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Samstagsplausch 21 / 2017

Schon wieder eine Woche vorbei. Das ging aber schnell. Und mit diesem Feiertag und dem Urlaubstag danach bin ich mit den Tagen ganz durcheinander. Geht Euch das auch so?
Hier zu Hause geht jetzt alles in den Endspurt. Der Sohn ist wieder ausgezogen, das über das Internet gebuchte Umzugsunternehmen hat ganze Arbeit geleistet und den  Umzug schnell und professionell über die Bühne gebracht. Nun packt das große Kind seine Kisten wieder aus und richtet sich ein. Ein paar Tage hat er ja noch, bevor er seine Arbeit aufnimmt. Es bleibt spannend. So gelegentlich überkommt mich ein Flashback und ich denke an meine ersten Arbeitstage und wie aufregend das damals alles war. Schöne Erinnerungen.

Heute Nachmittag hatte ich Graf Ribbel zu Besuch und habe ihn  zwei angefangene Projekt aufribbeln lassen. Nun bin ich tatsächlich ein bisschen erleichtert, so viele angefangene Projekte, die mir keinen wirklichen Spaß machen, belasten mich eher. Und für das Garn finde ich sicher noch eine andere Verwendung.

Genießt noch  einen tollen Sonntag und startet gut in die neue Woche.

Den Samstagplausch organisiert Andrea und wer noch so mitgemacht hat, könnt Ihr auf ihrer Seite nachlesen.

Samstagsplausch 18 / 2017

Mein Samstagsplausch ist in dieser Woche ein Sonntagsplausch. Was auch mal ganz schön ist.

In der vergangenen Woche haben wir eine große Hürde genommen: der Sohn hat eine Wohnung in Wetzlar. Am Dienstag bin ich sehr früh am Morgen in den Zug nach Gießen gestiegen und habe mich dort mit dem Sohn getroffen. Den Nachmittag über haben wir uns dann verschiedene Wohnung in Wetzlar angesehen und sind schon ziemlich verzweifelt gewesen, als wir an der letzten Adresse ankamen. Doch die Wohnung ist ganz schön, liegt in einer ruhigen Seitenstraße und sehr günstig zur kommenden Arbeitsstelle. Leider ist sie ziemlich runtergewirtschaftet und erfordert einiges an Renovierungsarbeit, aber man kann sie sich wirklich hübsch machen. Und sie hat einen wunderbaren Ausblick über ein kleines Tal mit bewaldeten Hügeln im Hintergrund. Das passt schon. Danach sind wir dann wieder in den Wagen gestiegen und noch die 400 km nach Hause gefahren. Ziemlich genau 18 Stunden nachdem ich das Haus am Morgen verlasse hatte, kamen wir wieder zu Hause an. Das war extrem anstrengend für mich und ich war froh, dass ich noch einen Tag frei hatte, bevor ich wieder zur Arbeit musste.
Mit den Renovierungsarbeiten habe ich nun nichts zu tun und die Organisation vom Umzug und die vorbereitenden Arbeiten sind keine große Herausforderung mehr für mich.

Gestern habe ich dann endlich meinen Geburtstags-Gutschein von meinen Strickmädels eingelöst. Ich bin schon näher am nächsten Geburtstag dran, als der letzte zurückliegt und das wurde Zeit. Außerdem wollte ich das noch unbedingt vor der Operation erledigen, weil ich danach ja ungefähr ein halbes Jahr lang kein Auto fahren darf. Wir hatten also einen netten Vormittag im Wollgeschäft und ich habe mir ein paar tolle Projekte für die Zeit im Krankenhaus und in der Reha ausgesucht. Das ist dann etwas, worauf ich mich bei allem Ungemach, das mich erwartet, wirklich freuen kann.

Hoffentlich bis dahin fertig sollte mein 36-Colors-Schal sein. Da bin ich jetzt inzwischen bei den warmen Farben angekommen. Nachdem ich mich erst ein wenig schwer getan habe, läuft es jetzt ganz gut und mir macht der Schal Spaß. Die Lust am Stricken ist also zurück, alles wieder im grünen Bereich und ich bin reichlich erleichtert.

Den Samstagplausch gibt es jede Woche bei Andrea und ich werde jetzt nachsehen, wie die Woche bei den anderen Mitschreibenden war.

Samstagsplausch 17 / 2017

Gestern war die Akademische Feierstunde, in der der Sohn sein Zeugnis und gefühlt hunderte von Unterlagen bekommen hat. Die TU Clausthal veranstaltet zweimal jährlich eine solche Feierstunde und ehrt damit die Studenten, die ihr Studium abgeschlossen haben, egal ob sie Bachelor, Master oder einen Doktortitel erreicht haben. 362 Studenten bekamen gestern ihre Zeugnisse – damit erklärt sich auch, warum solche Feierstunden meist nur in kleinen Universitäten in einem solchen Rahmen gefeiert werden.

Die Feierstunde fand in der Aula statt, ein wunderbarer Kuppelsaal mit Galerie und beeindruckenden, alten, verzierten Holzstühlen.

Die Kuppel zieht immer wieder die Blicke auf sich.

Es war eine schöne Feier und für den Sohn ist damit nun das Studium abgeschlossen. In einem Monat wird er seinen Umzug hinter sich haben und ins Berufsleben starten. Welch ein erhebendes Gefühl. Endlich Geld verdienen – keine Studentenbude mehr, sondern eine ernst zunehmende Wohnung – nicht mehr das alte, altersschwache, vom Opa geerbte Auto, sondern einen kleinen Jahreswagen-Flitzer. Aber auch: 8-Stunden-Arbeitstage mit geregelten Arbeitszeiten – keine Vorlesungen mehr, die erst am Nachmittag beginnen -eine neue Stadt, die man sich erobern muss – und keine Kommilitonen, die man auf ein Bierchen besuchen kann. Dafür neue Herausforderungen, die ja das Leben spannend machen. Ich freue mich so sehr für ihn.

Das Wochenende werde ich ziemlich ruhig weitergehen lassen. Ein bisschen Lesen, ein bisschen Stricken, aber auch ein bisschen Haushalt, das Spinnrad möchte mal wieder bewegt werden und es ist doch sooo schöner Shetland-Kammzug in einem Korb neben dem Rädchen.
Diese Woche ist tatsächlich mal wieder etwas fertig geworden, die Phase der kreativen Unlust scheint nun hinter mir zu liegen. Ein gutes Gefühl und ich nutze das, um ein paar Dinge fertig zu machen, die hier liegen.  Das passt dann schon.

Was habt Ihr denn an diesen wunderbaren langen Wochenende so vor? Ich schaue mal beim Samstagsplausch von Andrea vorbei und lese, was Ihr so plant.

Samstagsplausch 16 / 2017

„Wenn dir das Leben Zitronen gibt, mach Limonade draus.“  – Ich persönlich denke ja, dass so viel Zitronenlimonade auch nicht gesund sein kann, aber gut, es ist, wie es ist.

Inzwischen ist klar, dass ich um die Operation nicht herum komme und es gibt auch schon einen Termin. Weil ich dieses Mal weiß, was mich erwartet, ist mir mulmig und ich wünschte, ich hätte alles schon hinter mir. Den Sommer über werde ich im Krankenhaus und in der Reha sein. Bis ich wieder richtig auf den Beinen wird, wird Weihnachten sein. Wenn alles gut geht und keine Komplikationen auftreten. Aber Jammern gilt nicht und hilft auch niemandem weiter. Und eine Wahl habe ich leider nicht.

Meine Strickflaute habe ich noch immer nicht ganz überwunden. Als erste Maßnahme habe ich aber erst mal alles sortiert und das meiste außer Sichtweite gelegt. Gelassen habe ich nur das Strickzeug mit „Deadline“, dass halt zu einem bestimmten Termin fertig sein muss. Gut, der Termin ist erst im Oktober, aber was erledigt ist, muss mich nicht mehr stressen, zumal ich ja nun nicht genau weiß, wie schnell ich wieder fit sein werde. Es geht auch recht gut voran, ich bin optimistisch, dass die Freude am Stricken bald wieder da sein wird.

Den langweiligen Roman von Cecilia Ahern habe ich noch zu Ende gelesen. Den Hype um diese Autorin verstehe ich nicht, ich finde keinen Zugang zu ihren Büchern. Muss ich aber ja auch gar nicht. Inzwischen lese ich von Lucinda Riley „Die sieben Schwestern“. Für mich das ist anständige Unterhaltungsliteratur. Nicht literarisch wertvoll, aber kurzweilig und gut lesbar. Das passt für mich gerade ganz gut in diese anstrengenden Wochen.

An diesem Wochenende werde ich einfach noch mal die Seele baumeln lassen – und meiner Superkraft gehorchen. Geplant war eigentlich ein Besuch der liebsten Freundin. Leider ist das gestern am Würzburger Bahnchaos gescheitert. Es war schon unser zweiter Versuch, uns zu sehen. Das Leben ist halt gerade unberechenbar.

Nun schaue ich mal bei Andrea vorbei und lese, was Ihr so alles am Wochenende macht und wie Eure Woche war.

 

Samstagsplausch 14 / 2017

Die vergangenen beiden Wochen war vollgestopft mit Terminen und Aktionen, mit teils wegweisenden Entscheidungen, mit Frust und Freude, mit Licht und Schatten. Und sie waren anstrengend. Sie waren pures Leben.
Das Licht:
Der Sohn hat einen Job gefunden. Ein halbes Jahr hat die Suche gedauert, unzählige Vorstellungsgespräche haben geübt, er war immer dicht dran – und jetzt ist er die Nummer 1. Weil es mit seiner Ausbildung und seiner Erfahrung tatsächlich für das Unternehmen am Besten passt. Ich freue mich total für ihn. Endlich kann er zeigen, was er gelernt hat, hat einen Einstieg ins Berufsleben. Er kann zurück in eine eigene Wohnung, kann sich ein Auto leisten, und es sich in seinem neuen Leben einrichten. Dafür geht er 400 km weit weg von seinem Zuhause, zurück in die Region, aus der wir damals gekommen sind, bevor wir hier in den Norden gezogen sind. Und weil auch die Tochter plant, in diesen Teil unseres Landes zu ziehen, wären wenigstens die Geschwister füreinander in schnell erreichbarer Nähe.
Natürlich sind unsere Tage jetzt gut gefüllt. Ein Auto muss gesucht, zur Probe gefahren und gekauft werden. Eine Wohnung muss gesucht und später vielleicht renoviert werden, die Umzugsplanung steht an. Es müssen Dinge eingesammelt und geordnet werden, Arzttermine müssen vereinbart werden, Kleidung muss angeschafft werden – und keiner von uns hat Urlaub. In gut sechs Wochen ist er dann weg. Mein Herz sieht das durchaus mit etwas gemischten Gefühlen, Loslassen muss ich immer wieder neu mit mir selber verhandeln, auch wenn es da tatsächlich gar nichts zu verhandeln gibt. Man weiß als Mutter schließlich, dass es so kommt – und ich habe es auch nicht anders gemacht.

Der Schatten
Mitte Februar bin ich auf dem Heimweg von der Arbeit, noch im Dienstgebäude im Treppenhaus abgerutscht. Dabei habe ich mir das Knie verdreht. Und lautete die erste Diagnose vom Unfallarzt noch, es sei nur verstaucht und in ein paar Tagen wieder alles gut, ist es jetzt so viele Wochen später deutlich schlimmer geworden. Die zweite Untersuchung beim Unfallarzt bestätigte den Verdacht meines Hausarztes, dass vermutlich der Meniskus kaputt ist und das Knie operiert werden muss. Gestern war ich im MRT, die schnell runtergeratterten und unverständlichen Erläuterungen des Arztes dort brachten für mich keine Erkenntnisse, Rückfragen waren nicht erlaubt, „das bespricht der behandelnde Arzt mit Ihnen“ und nach 30 Sekunden im Sprechzimmer war ich wieder draußen. So schnell kann das gehen.
Die Aussicht auf eine Knie-OP macht mir Panik, weil ich noch zu genau weiß, dass mich eine ganz ähnliche Sache vor vier Jahren 13 Monate lang fast bewegungsunfähig auf mein Sofa katapultiert hat. Ich möchte das nicht. Vor allem auch deswegen nicht, weil ich das, solange das als Arbeitsunfall gilt, ja nicht mit den Ärzten meines Vertrauens verhandeln kann. Die Ärzte werden mir dann von der Unfallkasse vorgegeben. Das ist alles irgendwie doof. Und so beiße ich die Zähne zusammen, halte die teilweise echt heftigen Schmerzen irgendwie aus und versuche, so etwas wie Alltag zu leben. Aber es macht mich mürbe.

Strick- und lesetechnisch habe ich nicht wirklich etwas geschafft. Liegt mit Sicherheit daran, dass ich echt viel unterwegs war und abends sehr müde auf dem Sofa angekommen bin. Außerdem bin ich offensichtlich auch nörgelig: hier liegen eine Menge angestrickter Dinge, aber ich bin entweder mit dem  Material nicht glücklich oder mit den Farben unzufrieden oder mit beidem. Beim Hygge-CAL fehlt es einfach an Zeit und vor allem Ruhe. Die derzeit viel reisende Tochter hat ihre Wellensittiche hier geparkt und zusammen mit unseren Beiden (die eigentlich mal dem Sohn gehört haben), ist hier echt viel Radau und Flugbetrieb. Wenn man dann ein Anleitungsvideo gucken will und nichts hören kann, und zusätzlich ständig jemand reinkommt und irgendwas besprechen muss, dann schaffe ich das einfach nicht. So geht es auch da nicht voran. Schade eigentlich. Das angefangene Buch ist auch nicht sehr spannend und spricht mich gar nicht an, das zweite Buch, zu dem ich aus Verzweifelung schon gegriffen habe, packt mich auch noch nicht. Ich sag ja: nörgelig. Aber es wird besser. Irgendwann. Vielleicht. Ganz sicher wird es das, es muss einfach.

So, nun schaue ich schnell, was bei Euch so los war und dann muss ich in die Küche.  Zwei neue Gerichte will ich an diesem Wochenende ausprobieren und außerdem ein Brot backen. Habt ein schönes Wochenende und freut Euch auf die kommenden Ostertage.

 

Samstagsplausch 12 / 2017

Die Woche ging sehr schnell vorbei. Kein Wunder, war hier doch Urlaub angesagt. Letzte Woche hatte ich ja schon erzählt, dass ich viel geplant habe für die freien Tage. Eine ganze Menge davon habe ich geschafft, nicht alles, aber das wusste ich auch schon vorher. Da hätte ich noch einen Monat Urlaub dranhängen  müssen. Aber einiges ist weg – und den Rest mache ich, wenn der Sohn wieder auszieht und sowieso das Haus auf den Kopf gestellt werden muss, um all seine Sachen wieder einzusammeln. So ist der Plan, ob es auch so kommt, bleibt abzuwarten.
Was habe ich denn nun gemacht in dieser Woche? Gelesen: von Cecilia Ahern, „Der Glasmurmelsammler“. Tatsächlich ist es mein erstes Buch von dieser Autorin und so recht kann ich die Begeisterung noch nicht nachvollziehen. Vielleicht kommt da ja noch.
Gestrickt habe ich wenig, aber immerhin ein neues Teil angefangen. Es wird der 36-Color-Shawl von Safri-Design. Auf dem Bild sind die ersten 18 Farben, die kühlen Farben.

Statt zu stricken, habe ich eher gehäkelt und passend zu meiner Moorland-Decke aus den Resten noch einen kleinen Kranz gemacht. Zugegeben: eine nutzlose Häkel-Spielerei, aber Spaß hat es gemacht. Den Kranz hatte ich mal in einem Kommentar zu einem Beitrag in dem Blog von Lucy gefunden und habe den ein wenig verändert nachgearbeitet. Die Anleitung für das gehäkelte Schaf ist auch von Lucy. Die Perspektive vom Foto  ist definitiv verbesserungswürdig – ich arbeite noch daran.


Den geplanten Ausflug nach Bremerhaven fand auch statt. Leider war das Eisbärenkind hinter den  Kulissen (warum, ließ sich leider nicht ermitteln), aber eine kurze Internet-Recherche vor dem Ausflug hatte ohnehin schon ergeben, dass Lilli inzwischen 15 Monate alt ist und so gar nichts teddymäßiges mehr an sich hat, sondern wie ein fast ausgewachsener Eisbär aussieht – nur noch nicht so groß. Dafür gab es den Vater zu bestaunen, der es sich im Käfig in der Sonne gemütlich gemacht hatte.


So ein Eisbär hat eine beeindruckende Größe und niedlich ist er eigentlich auch nur als kleines Jungtier. Neben den großen Tieren gab es eine ganze Reihe kleinerer Tiere, die in der Nordsee heimisch sind. (Und auch einige, die aus anderen Regionen kommen.) Zu dem Zoobesuch schreibe ich aber noch mal einen gesonderten Blog-Post.

In der kommenden Woche ist wieder Arbeit angesagt, aber die nächsten Wochen haben ja noch viele lange Wochenenden im Angebot. Und das ist auch gut so.

Jetzt bin ich erstmal gespannt, was Ihr so in dieser Woche gemacht habt und lese eine Runde.

Dieser Beitrag geht zu Andrea zum Samstagsplausch. Danke für die Idee, Andrea.

Samstagsplausch 11 / 2017

Die vergangene Woche war sehr unspektakulär. Endlich mal. Ich hätte gegen eine Phase der „gepflegten Langeweile“ tatsächlich auch mal nichts einzuwenden. Aufregungen hatten wir in den vergangenen Jahren wirklich überreichlich.
Und weil die Woche so unspektakulär war, bin ich auch ein wenig zum Stricken gekommen. Eine Mütze hatte sich die Freundin des Sohnes gewünscht. Letztlich habe ich sie zwei Mal gestrickt, weil mir die erste Version nicht gefiel und dann glücklicherweise auch nicht so richtig gepasst hat. Bei der zweiten Variante habe ich dann das Bündchen geändert, einen halben Mustersatz mehr gestrickt und einen größeren Pompom gemacht.
Das Bündchen habe ich doppelt gestrickt und dafür die Maschen provisorisch über einen gehäkelten Maschenaufschlag aufgenommen. Irgendwo hatte ich ein Video gesehen, dass man den ganz einfach aufziehen kann und dann alle Maschen problemlos wieder aufnehmen kann. Das hat bei mir nur so semigut funktioniert. Ich hatte keine Lust nach dem Video zu suchen und habe das dann halt aus der Erinnerung gemacht. Vermutlich habe ich da einen Fehler eingebaut und so war der Faden vom Anschlag sehr seltsam um jede zweite Masche gewickelt. Wäre das nicht gewesen, hätte es prima funktioniert. Nun ja, es ist auf jeden Fall einen zweiten Versuch wert.

Das zweite Strickstück der Woche waren ein paar angeschlagene Socken. Damit wollte ich unbedingt mal das Addi-Sockenwunder ausprobieren. Ich hatte vergeblich versucht, es hier irgendwo zu bekommen und habe es dann schließlich von einer lieben Strickfreundin geliehen bekommen. Glücklicherweise geliehen, weil ich sehr schnell gemerkt habe, dass das nichts für mich ist. Vermutet hatte ich das schon, weil ich mit 50er und 40er Rundnadeln auch schon nicht stricken kann. Aber ehrlich, die Nadeln sind schon sehr kurz, also wirklich sehr, sehr kurz. Ich brauche da mehr zum Anfassen und stricken halt einfach mit dem Nadelspiel oder mit zwei 60er Rundnadeln. Es ist ja nicht so, dass es keine Alternativen gäbe.

Gelesen habe ich nach dem schottischen Krimi nun einen, der in Schleswig-Holstein spielt. Die Ermittler sind sich in ihrer Art allerdings ähnlich, ein bisschen „dösig“ und „paddelig“ in ihrer Art, aber trotzdem mit einem Auge für Kleinigkeiten und der Fähigkeit, das alles zu einem Gesamtbild zusammen zu fügen und das Rätsel zu lösen. Der Küsten-Krimi „Rote Grütze mit Schuss“ von Krischan Koch ist relativ leichte Unterhaltung, die Spaß macht. Trotzdem werde ich als nächstes definitiv keinen Krimi lesen. Als bekennender Serien-Junkie ist mir das mit Monk-Folgen, Barnaby, Lewis, Miss Marple und Elementary dann tatsächlich ein bisschen viel Krimi und ich habe gemerkt, dass ich anfange, einzelne Folgen mit den Büchern zu vermischen  und mich an manchen Stellen wundere, warum das auf einmal anders ist.

Die nächste Woche wird hoffentlich ganz anders sein. Ich habe nämlich Urlaub. Pläne habe ich sehr viele, vor allem muss das Haus mal umgekrempelt werden und es sind einige kleinere Reparaturen nötig. Natürlich wird das Stricken nicht zu kurz kommen und Ausflüge sind auch geplant – ich würde sooo gerne mal nach dem Eisbären-Kind im Bremerhavener Zoo am Meer schauen und hoffe, dass mir das Wetter keinen allzu großen Strich durch die Planung macht.

Dieser Beitrag wandert zum Samstagsplausch bei Andrea.