Endlich

Nach endlosen Wochen einer recht quälenden Schwangerschaft und einer Woche in der Geburtsklinik ist unser zweites Enkelkind endlich angekommen. Die Klinik-Woche warf ein mieses Schlaglicht auf den Zustand unseres Gesundheitssystems und mir wird Angst und Bange, wenn ich daran denke, wie das weitergehen soll. Aber gut, ich schiebe das einfach beiseite, so lange es mir möglich ist.
Das Baby ist recht klein und zart, aber alles noch im „normalen“ Rahmen, dafür aber gesund und munter. Die junge Familie lernt sich nun kennen und die Eltern (und die Großeltern) sind sehr verliebt in das kleine Wesen.
Ich kann Euch dafür nun das Jäckchen zeigen, dass ich neben vielen anderen Dingen, für das Neugeborene gestrickt habe:

Die Jacke ist die Baby-Surprise-Jacke nach einer Anleitung von Elizabeth Zimmermann, gestrickt aus 6-fach Opalwolle. Das Besondere sind die selbstgemachten Knöpfe, die, wie ich finde, wirklich toll zur Jacke passen. Natürlich habe ich noch eine ganze Reihe anderer Dinge gestrickt, aber nicht alles davon hat es auch auf ein Foto geschafft. Das Stricken von den kleinen Jacken bleibt mir jetzt übrigens erstmal noch erhalten, die allerbeste und allerlängste Freundin meiner Tochter ist schwanger. Meine Bonustochter sozusagen, und natürlich stricke ich als Bonus-Mama auch für dieses „Kind“. Und ich freue mich sehr über die guten Nachrichten.

Für diese Woche ist viel Räumen und Kramen geplant. Nach Volkstrauertag und Totensonntag ist es für mich nun an der Zeit, den Weihnachtsschmuck zu verteilen. Ich mache das aus Respekt vor den Verstorbenen, derer wir gedenken, immer erst nach diesen Sonntagen. Früher war das „normal“, heutzutage sieht man hier in der Gegend den ersten Weihnachtsschmuck schon gleich nach Halloween. Mir ist das wurscht, das muss einfach jeder für sich selber entscheiden.
Seit die Kinder nicht mehr hier wohnen, ist meine Weihnachtsdeko ohnehin eher spärlich. Das wird sich, vermute ich, in den nächsten Jahren wieder verändern, weil jetzt ja Enkelkinder im Spiel sind. Noch sind beide zu klein, um so viel mitzukriegen, aber im nächsten Jahr wird das Enkelmäuschen schon etwas mehr mitbekommen. Und dann darf es auch bei Oma und Opa weihnachtlich sein.

Startet gut in die neue Woche und lasst Euch nicht unterkriegen.

Lebenszeichen

Tatsächlich lebe ich noch. Die Corona-Infektion ist weitestgehend überstanden, so ein paar kleinere Nachwirkungen merke ich noch, aber ich denke, die werden noch vorbei gehen.

In der Zwischenzeit hat das Leben hier natürlich nicht stillgestanden. Es gab eine Menge Probleme anzugehen und Steine aus dem Weg zu räumen. Damit bin ich leider auch immer noch nicht durch und einiges davon könnte auch noch unbequem werden. Es gab leider auch sehr, sehr schlechte Nachrichten aus dem Freundeskreis, die mich extrem erschüttert haben. Menschen durch plötzliche Todesfälle zu verlieren ist immer eine emotionale Herausforderung.
Das Familienbaby lässt noch auf sich warten. Der ET ist verstrichen, ohne dass etwas passiert ist. Nun ist unsere Tochter aber seit Montag in der Klinik, die Geburt wurde eingeleitet, es kann sich aber noch einige Tage hinziehen, bis der kleine Mensch das Licht dieser Welt erblickt. Die Einleitung soll so schonend wie möglich erfolgen, was sowohl für das Kind wie auch für die Mutter natürlich besser ist.
Ich hatte Geburtstag, der still vorüberging. Über die Glückwünsche und guten Gedanken haben mich aber trotzdem sehr gefreut. Normalerweise sind wir in dieser Zeit immer in Dänemark und nur die wenigsten wussten, dass das in diesem Jahr anders war. Ich habe dafür einen ruhigen Tag ohne viele Telefonate genossen. Die Schenkerei zum Geburtstag und zu Weihnachten haben wir schon länger eingestellt, ich habe mir dafür ein Buch ausgesucht, dass ich mir selber geschenkt habe. Das werde ich Euch noch vorstellen, das ist nämlich wirklich hübsch und dazu gibt es inzwischen auch schon eine kleine Geschichte.

Nun kehre ich langsam wieder zum Alltag zurück. Es war auch wirklich genug der Faulenzerei und Ruhe, na ja, als ob. Ich hatte noch eine Idee für die Enkelkinder, wenn sie dann etwas größer sind und habe dafür einige Dinge ausprobiert und vorbereitet. Ich glaube, das wird sehr schön. Allerdings wird es noch eine Weile dauern, bis ich damit ganz fertig bin und Euch die Ergebnisse zeigen kann. Die ersten kleine Dinge sehen aber so aus …

… und haben eindeutig mit dem Herbst zu tun. Für die anderen Jahreszeiten habe ich bereits erste Ideen, damit geht es aber wohl erst nach Weihnachten weiter.
Zur Zeit bin ich natürlich immer noch mit Kleinigkeiten für das Baby beschäftigt. Dafür habe ich tatsächlich auch Knöpfe für ein Baby-Jäckchen gemacht, die auf der fertigen Jacke wunderhübsch aussehen.

Die fertige Jacke zeige ich Euch, wenn das Kleine da ist.

Und außerdem habe ich noch eine Uhr gepimpt. Ja, tatsächlich, eine preiswerte Uhr vom Möbelschweden bot sich förmlich an, um sie aufzumotzen:

Das hat sehr viel Spaß gemacht und ging auch sehr schnell. Natürlich kann man alle Farben verwenden, aber ich habe eben einfach einen Hang zu Regenbögen. Das ist vielleicht auch noch ein hübsches, schnell gemachtes und preiswertes Weihnachtsgeschenk. Ich habe für die „Stickereien“ Sticktwist verwendet, es funktioniert aber auch doppelt genommene Sockenwolle oder einfaches Baumwollgarn.

Knöpfe, Knöpfe, Knöpfe

Am vergangenen Wochenende hat sich für mich ein großer und langgehegter Traum erfüllt. Ich habe an einem Knopfmacherkurs teilgenommen.

Knöpfe faszinieren mich schon seit sehr vielen Jahre und ich liebe selbstgemachte farbenfrohe Knöpfe sehr. Die Plastikknöpfe, die man überall kaufen kann, finde ich schrecklich und fand, wenn ich denn mal welche brauchte, irgendwie auch nie die wirklich passenden. Das ist nun zum Glück vorbei. Bislang fanden die meisten Kurse sehr weit im Süden statt und es ergab sich nie, dass ich dorthin reisen konnte. So war ich sehr froh, als ich das Angebot hier im Norden entdeckte.

In eineinhalb Tagen lernten wir in einer recht großen Gruppe von Frauen unter der Leitung von Helene Weinold von der Knopfwerkstatt, wie Knöpfe über Holzrohlinge oder Ringe gewickelt werden. Wir waren dazu in der Kunststätte Bossard – in Jesteburg in der nördlichen Lüneburger Heide. Die Kunststätte liegt etwas abseits inmitten von Wald und Feldern und wir durften uns in einem der Häuser niederlassen. Helene hatte alles dabei, was für die Herstellung von Knöpfen benötigt wurde und wir hatten die freie Auswahl, alles zu probieren. Die meisten von uns hatten keine oder nur sehr rudimentäre Vorkenntnisse, lediglich zwei Frauen hatten schon einmal an einem Kurs teilgenommen. Das war aber alles kein Problem, Helene hat allen sehr geduldig und kenntnisreich geholfen. Und so entstanden auch bei mir die ersten Knöpfe.

Das Wickeln der Knöpfe hat sehr viel Spaß gemacht, als ich den Bogen erst einmal raus hatte. Und auch wenn die Knöpfe noch längst nicht perfekt sind, finde ich sie doch schon recht gelungen.

Der Harlekinknopf ist viel einfacher herzustellen, als man denken würde, aber ein bisschen Geduld ist zumindest beim ersten Knopf dieser Art schon hilfreich. Bei diesem Knopf kann man wunderbar mit mehr oder weniger Farben spielen und er sieht dann immer ein wenig anders aus.

Der Zwirnknopf hingegen ist recht einfach, wenn man den Bogen raus hat, wie man den Anfangsfaden festhalten muss. Wie bei allen Knöpfen, die wir gemacht haben, lautete das Mantra: nach links legen, nach rechts drehen. Davon habe ich tatsächlich in der folgenden Nacht auch geträumt.

In diesen recht großen Zwirnknopf habe ich einen Kronkorken eingearbeitet. Unter dem verbirgt sich ein Magnet, so dass ich den Knopf ganz wunderbar als Nadelhalter bei meinen Stickarbeiten verwenden kann.

Nach diesem tollen Wochenende bin ich nun völlig überzeugt davon, auch in Zukunft Knöpfe selber zu machen. In einer Facebook-Gruppe fand ich viele tolle Ideen und Pinterest ist ja auch immer ein großartiger Ideen-Lieferant. Vor einigen Jahren hatte ich mir schon einmal ein Grundset zum Knöpfewickeln bestellt und habe deswegen sogar schon einige Knopfrohlinge hier liegen. Die werde ich sicherlich zeitnah wickeln, schon alleine deswegen, um die erlernten Fähigkeiten zu festigen. Und weil ich unbedingt kleine Zwirnknöpfe für das Babyjäckchen machen möchte, dass ich gestrickt habe und im Herbst verschenken werde. Ich bin mir sicher, dass wird dann ganz besonders.