Vom Stricken zu Mixed-Media-Art

Mehr als ein Jahr ist es her, dass ich zuletzt etwas geschrieben habe. Puuhh.

Es ist viel passiert in meinem Leben, geplantes und ungeplantes, wie es halt in jedem Leben so ist. Mir war lange nicht klar, wieviel ich davon preisgeben möchte – und so habe ich mich meist gegen einen Beitrag entschieden (und auch in Zukunft wird es hier mehr über kreative Dinge als um mein eigenes Leben gehen – auch wenn das in der Regel untrennbar zusammengehört). Aber in den vergangenen Monaten hatte ich immer wieder die Idee, das Bloggen wieder aufzunehmen. Instagram, wo ich in den letzten Jahren recht aktiv war, geht mir zunehmend auf die Nerven. Auch da habe ich im vergangenen Sommer eine lange Pause gemacht. Es ist inzwischen mehr Reglementierung und soooo viel mehr Werbung, als das man Neuigkeiten von den Menschen erfährt, von denen man gerne mehr wissen möchte oder auf deren Projekte man neugierig ist. Und auch jetzt liegen zwischen meinen Bildern oft viele Wochen, für den Algorithmus ist das leider ungünstig, und Kommentare werden irgendwie immer seltener. Gäbe es dort nicht Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind und auf deren Zuspruch und Ermutigung ich nicht verzichten möchte, wäre ich da wohl schon längst ausgestiegen. Auf der anderen Seite werden aber auch Blogs nicht mehr wirklich gelesen. Vermutlich wäre das Mittel der Wahl am ehesten Youtube. Aber auch da gibt es viel zu viel Werbung (nein, fast 10 Euro im Monat ist es mir nicht wert, zumal ich vermute, dass man dann trotzdem noch Werbung angezeigt bekommt) und so wirklich Lust, mich da jetzt einzuarbeiten habe ich auch nicht. Aber die Dinge sind ja immer im Fluss und wer weiß schon, was noch kommen wird.
Trotzdem wird es hier jetzt – hoffentlich – wieder mehr Beiträge geben. Ich würde das gerne als Dokumentation für mich selber machen, auch um zu sehen, ob ich mich in die eine oder andere Richtung weiterentwickeln werde. Seit ich nicht mehr arbeite, haben sich meine Interessen allmählich verlagert. Ganz überraschend kam das nicht, dass es aber so deutlich ausfallen würde, hatte ich nicht erwartet. Natürlich stricke und häkle ich noch, aber es ist ein sehr eindeutiger Trend in Richtung Mixed-Media-Art zu erkennen.

Mein Christmas-Cast on 2025, fertig geworden am Neujahrsmorgen 2026

Und das, obwohl ich Mixed-Media, also die Gestaltung mit vielen verschiedenen Materialien, für mich ursprünglich ausgeschlossen hatte. Sticken auf Teebeuteln oder überhaupt auf Papier war für mich unvorstellbar. Momigami – nie gehört. Malen mit Acrylfarben auf Papier und anderen Materialien – ich kann doch gar nicht malen. Gelli-Printing – oh, bitte, nicht noch ein neues Hobby. Dass ich dann davon doch noch einiges probiert habe und weiteres noch in diesem Jahr probieren werde, liegt daran, dass ich letztes Jahr an der „dogme broderi /dogma embroidery – Challenge“ von der dänischen Mixed-Media-Art-Designerin Lisbeth Degn teilgenommen habe. Auf ihrem Youtube-Kanal hat sie Anfang des Jahres erklärt, was sie machen möchte. Dabei wird der Begriff „Dogma“ mit keinem religiösen Hintergrund verbunden, sondern steht im Grunde nur für „festgelegte Vorgaben“, an die man sich bitte halten soll. Und genau das war für mich die Herausforderung: mich an die Vorgaben halten, auch wenn ich lieber etwas ändern oder mich manchmal auch gar nicht daran halten wollte. 52 Wochen lang stellte uns Lisbeth ein Video mit den Vorgaben und ihrer Umsetzung vor. Und ich habe eisern durchgehalten, manchmal auch nachgearbeitet und halte jetzt in diesem Jahr ein fertiges Buch (okay, der Buchumschlag fehlt noch, weil ich mit dem Buch noch nicht wirklich glücklich bin und überlege, noch etwas zu ändern) in den Händen. Ich habe ungeheuer viel gelernt und hatte sehr viel Spaß an dieser Herausforderung. Und je häufiger ich bei Youtube und dazu ergänzend in Facebook-Gruppen geschaut und gelesen habe, desto mehr Ideen fand ich. Ende letzten Jahres, in den letzten Wochen vor Weihnachten, habe ich dann tatsächlich nach einer Idee von Daniela Mellen (auch über Youtube/Facebook) ein Weihnachtsbuch gestaltet. Ich hatte das Gefühl, ich könnte diese Ablenkung gut gebrauchen, hatte Spaß daran, mich durch meine Weihnachtsstoffe und Geschenkbänder zu wühlen und von dem Ergebnis bin ich total begeistert.

Aber dieses Buch und was sich dahinter verbirgt, sowie Links zu den verschiedenen Youtube-Videos und meine Pläne für 2026 stelle ich Euch in den nächsten Tagen in einem neuen Beitrag vor.

Die unerwartete Sommerpause ist vorbei

Geplant war die Sommerpause nicht, aber es war turbulent im Leben 1.0 und so ist manches einfach hinten runter gefallen. Manchmal ist das so.

Ich habe in den letzten Wochen viel gestrickt und erledigt bekommen. Immer wieder schaue ich nach neuen Ideen und konnte da auch schon so einiges umsetzen, und viel weiteres vorbereiten.
Weil gerade im Freundeskreis unserer Kinder viel Nachwuchs erwartet wird, habe ich viele kleine Sachen gestrickt. Das macht Spaß und geht auch einigermaßen schnell. Auch in unserer Familie ist wieder Nachwuchs unterwegs und ich muss dringend anfangen, Kleinigkeiten und eine Babydecke für unser drittes Enkelkind zu stricken.
Es sind aber auch viele Ufos fertig geworden, was mich besonders freut. Schon länger nerven mich die Dinge, die teilweise schon sehr lange angefangen hier rumliegen und ich bin froh, dass ich über eine Aktion bei Instagram #jetztgehtsdenufosandiewolle2024 schon einiges weggestrickt habe. Für den Beginn des nächsten Jahres habe ich mir nun einen etwas anderen Knit-a-long überlegt und bin schon sehr gespannt, ob außer mir überhaupt jemand mitstrickt oder – werkelt 😉

Nach einer sehr langen Pause ist nun tatsächlich wohl auch mein Socken-Mojo zurück gekommen. Das freut mich sehr, habe ich doch sehr viel Sockenwolle hier liegen.

Ansonsten krame ich mich immer noch durch das Haus und den Dachboden. Zuletzt hatte ich mir Zeitschriften vorgenommen, die schon seit Jahren unbeachtet auf dem Dachboden gelegen haben. Vor einiger Zeit hatte ich schon einmal einen Versuch unternommen, mich davon zu trennen, bin aber grandios gescheitert. Damals landeten die Hefte wieder auf dem Dachboden. Dieses Mal fiel es mir leichter und einen großen Teil der Hefte habe ich verschenkt oder tatsächlich über das Altpapier entsorgt. Ein paar Zeitschriften durften bleiben, aus denen ich noch etwas nacharbeiten möchte. Inzwischen ist das Online-Angebot an Anleitungen jeder Art so groß, dass ich denke, das Zeitschriften ein Auslauf-Modell sind. Vor allem die deutschen Zeitschriften, die in den letzten Jahren immer mehr nachgelassen haben. Das ist meine private Meinung, die natürlich niemand teilen muss.

Anfang Oktober bin ich nach vielen Jahren Pause mal wieder bei einem mehrtägigen Spinntreffen gewesen. Das hat mir viel Spaß gemacht und es war schön, Menschen wieder zu treffen, die ich teilweise schon lange nicht mehr gesehen hatte. Mit einer Strickfreundin habe ich einen Mini-Knitalong geplant und hoffe sehr, dass wir das auch umgesetzt kriegen.

Bilder und weitere Berichte unterschiedlicher Art reiche ich demnächst mal nach, jetzt ging es mir einfach nur um ein Lebenszeichen (für den Fall, dass hier überhaupt noch jemand mitliest).

Startet gut in die neue Woche.

100 Day Stitch Book – Seite 19

Das ist die letzte Seite, deren Aussehen nicht schon von Anfang an feststand. Hier habe ich mich eindeutig mit Slow-Stitching ausgetobt und hatte wirklich viel Vergnügen dabei. Da werde ich ganz sicher noch mehr in diese Richtung machen.

Die Tropfenform war noch eine Idee vom Mann, mit dem ich ja ein Brainstorming gemacht hatte und der mokierte, dass Tropfen fehlten. Nun ja, kann er kriegen. Und ich habe die vorletzte Seite zur vollsten Zufriedenheit fertig gestellt.
Noch eine Seite, dann zeige ich Euch das fertige Buch. Ich freue mich schon.

100 Day Stitch Book – Seite 18

So langsam bin ich auf der Zielgeraden mit den Seiten. Und schon ein Stück weit auch recht froh darüber, denn es hat schon viel Zeit gekostet. Mehr als ich ursprünglich erwartet hatte, aber nicht mehr als ich hätte leisten können. Das passte also.
Hier im Blog hänge ich fürchterlich hinterher, natürlich ist das Buch längst fertig und wer mir auf Instagram folgt, hat es vielleicht schon gesehen.

Die Idee für diese Seite fand ich bei Pinterest, eher durch Zufall. Das ist nämlich ein Muster einer Tapete, für die dort Werbung gemacht wurde. Aber mir gefiel das Motiv und so habe ich mir eines davon ausgeborgt, verändert und da ist es.

100 Day Stitch Book – Seite 17

Ein bisschen Glitzer muss in so einem Buch schon sein und so tauchen erneut Pailletten auf. Ich hatte mal sehr viele Pailletten in sehr vielen Farben bestellt und merke jetzt, dass es gut ist, dass ich auf einen großen Fundus zurückgreifen kann.
Die Kreuze entstanden nach einer Idee vom Mann, der mit mir ein kleines Brainstorming beim Abendessen machte, als ich überlegte, wie die letzten Seiten gefüllt werden können. Danach hätte ich dann noch bestimmt 10 Seiten mehr füllen können. Aber das ist natürlich notiert und vielleicht habe ich dafür dann noch einmal Verwendung.

100 Day Stitch Book – Seite 16

So langsam werden es weniger Seiten, die noch bearbeitet werden müssen. Und es wird nun auch Zeit, die Cover-Seiten zu erstellen. Diese Seite hier wird die Rückseite meines Buches. Mit Jahreszahl versehen und mit einer Signatur, bei der zugegebenermaßen noch sehr viel Luft nach oben ist. Okay, für dieses Buch wird es so bleiben, danach sehen wir weiter. Es gibt schon eine viel bessere Idee und vielleicht lasse ich mir das auf kleine Signaturschilder drucken. Es muss ja nicht alles selbst gemacht sein.
Für diese Seite habe ich mich für klassisches EPP (English Paper Piecing) entschieden, bei dem die Hexagons über Papiervorlagen erstellt werden, die erst entfernt werden, wenn die kleinen Teile zusammen genäht sind. Für mich funktioniert das super, ich habe ja schon mehrfach Kleinigkeiten in dieser Technik gemacht. Über größere und völlig andere Projekte denke ich noch nach, könnte mir aber vorstellen, dass da noch was kommt.

100 Day Stitch Book – Seite 15

Zur Zeit krame ich hier immer wieder in meinem Kreativ-Zimmer rum und fand dabei auch die Schablonen für die Yo-yo-Blüten wieder. Aus diesen Blüten hatte ich vor langer Zeit mal eine Girlande gemacht, nachdem ich die Schablonen geschenkt bekommen hatte. Auf dieser Seite fanden sie nun noch einmal Verwendung. Das geht mit den Schablonen wirklich fix, auch wenn sich die Blüten auch ohne Schablone problemlos anfertigen lassen. 3 große Yo-yo-Blüten und 2 kleine aus zwei verschiedenen Stoffen, 6 große grüne Perlen, eine ganze Menge kleiner, matter Rocaille-Perlen in weiß und ein bisschen grüner Sticktwist. Das war eine Seite, die wirklich schnell fertig war und viel Spaß gemacht hat.

Es wäre aber besser gewesen, wenn ich die Blüten vor dem Aufnähen der Perlen und auf der Seite noch mal richtig gebügelt hätte. So sind sie doch ziemlich voluminös.

100 Day Stitch Book – Seite 14

Immer wieder hatte ich zwischendrin die Angst, dass mir die Ideen ausgehen. 20 Seiten sind eben doch eine Hausnummer. Irgendwann machte ich dann mal ein Brainstorming mit dem Angetrauten und hatten auf einmal mehr Ideen als noch Seiten übrig. Was lernen wir daraus: miteinander reden hilft. Auch bei solchen Dingen.
Auf dieser Seite habe ich wieder ein neues Feature getestet, das nur so semigut funktioniert hat. Um die Halbkreise am Verrutschen zu hindern, habe ich sie mit Textilkleber festgeklebt. So ein Kleber, der eigentlich für EPP (English Paper Piecing) in der Patchwork-Szene verwendet wird. Dafür ist er mit Sicherheit auch gut geeignet, hier hat es weniger geholfen. Letztlich wurde die Seite aber trotzdem fertig.

Wie bei fast allen Seiten gefielen mir die Zwischen-Ergebnisse nicht so besonders, die fertige Seite findet aber trotzdem meine Zustimmung.

100 Day Stitch Book – Seite 13

Diese Seite entstand aus dem schon lange gehegten Wunsch, mal wieder etwas mit einer alten Sticktechnik zu machen: Richelieu. Damit habe ich mich Anfang der Neunziger Jahre schon einmal beschäftigt, als ich kurz nach der Geburt unserer Tochter anfing, Stickerei-Kurse zu belegen. Ausgeschrieben war der erste Kurs damals mit Hardanger-Stickerei, die ich unbedingt erlernen wollte. Die Kursleiterin stand allerdings nicht so dahinter, sondern hatte eine große Liebe zur Schwälmer Stickerei. Und es dauerte nicht lange, bis ich auch damit anfing. Nebenher machten wir „Ausflüge“ zur Ajour-Stickerei und eben zur Richelieu-Stickerei. Ich habe diese Kurse geliebt.
Zu dem verwendeten Stoff hatte ich schon kurz etwas in meinem Krepppapier-Färbeversuch geschrieben. In meinem Stoffvorrat befindet sich eine Menge altes Baumwoll-Leinen, dass ich nach dem Tod meiner Großmutter im Jahre 1988 aus ihrer Haushalts-Auflösung mitnahm. Das sind überwiegend oft benutzte Kopfkissenbezüge. Für die Färbeaktion, die erst nach der Stickerei stattfand, waren die Stoffreste super, für die Stickerei eher ungeeignet. Ich habe das Material trotzdem bestickt, würde das aber nicht wiederholen. Nach sehr viele Wäschen und langen Jahren im Schrank, war der Stoff dünn und porös. Ein festerer Stoff hätte der Stickerei gut getan.

Die Vorlage für die gestickte Schnecke stammt aus einem alten Burda-Richelieu-Sonderheft, gut gehütet in meinem Zeitschriftensammler und auch schon rund 30 Jahre alt. Verwendet habe ich Perlgarn 8 und 25-er Vierfachgarn. Auch das war nicht unbedingt die beste Wahl, etwas stärkeres Garn wäre besser gewesen. Ihr merkt, ich habe viel gelernt. Trotzdem gefällt mir die Seite gut und der Ausflug in eine alte Sticktechnik hat mir wirklich Spaß gemacht. Das werde ich bestimmt irgendwann noch einmal wiederholen.

100 Day Stitch Book – Seite 12

An dieser Seite musste ich eine Weile länger herumbasteln, der Anfang war tatsächlich meilenweit von meiner Vorstellung entfernt. Also habe ich noch mal nach Bändern gesucht, erfolgreich und so nach und nach entstand dann tatsächlich eine schöne Seite. Ich mag sie sehr.
Festgenäht sind hier lediglich der Anfang und das Ende der Bänder. Der Rest hält durch die Verwebung und ich hoffe, das bleibt auch so.