Freitagsfüller 434 – 9

In der vergangenen Woche hatte ich den Freitagsfüller schon fast fertig gestellt, da fiel das Internet aus. Und kam über Tage immer mal nur minutenweise wieder. Nun läuft es hoffentlich wieder stabil und mir passiert nicht wieder das gleiche.
1. Heute wird so ein richtiger Strick- und Lesetag – es regnet schon seit dem Morgen in Strömen.
2. Für die nächste Woche steht in meinem Terminkalender, dass ich Termine machen muss, beim Orthopäden und beim Zahnarzt.
3. Vor meinem Fenster genießen die Vögel, dass hier immer noch gefüttert wird.  Zum Dank kommen die Vogeleltern dann auch mit ihren Jungvögeln ans Futterhaus und zeigen ihren Nachwuchs. Das ist zu niedlich.
4. Zwei Monate nach der OP ist mein Bein immer noch sehr geschwollen und das Knie tut weh. Der Arzt ist trotzdem zufrieden und sagt, dass das alles so sein darf.
5. Es könnte sein, dass ich gerade einen akuten Anfall von Anstrickeritis habe, aber das stört mich nicht, ich habe ja viel freie Zeit zum Stricken.
6. Ob ich es jemals schaffen werde, meine Wolle zu verstricken? Ja, hab ich mir gedacht und dann ganz viel gelacht:  hahaha!
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen lustigen Abend mit dem Sohn und seiner Freundin, die gerade zu Besuch sind, morgen habe ich geplant, hier im Haus ein wenig rumzuräumen und Sonntag möchte ich den Tag mit der Tochter genießen, die ihre beste Freundin aus Mainz und deren Verlobten zu Besuch hat!

Den Freitagsfüller gibt es jeden Freitag bei Barbara. Vielen Dank dafür.

Das Leben geht weiter, auch wenn’s humpelt

Unter diesem Motto habe ich mit der Herzensfreundin, die zu der Zeit auch gerade an Krücken ging, einen kleinen Mini-Knitalong gestartet. Ich habe dabei im Krankenhaus gestrickt, sie zeitgleich zu Hause oder wenn sie mich in der Klinik besucht hat. Und so sah das humpelnde Leben dann aus:

Das ist ein wunderbares Muster, nach dem ich mit Sicherheit noch weitere Schals stricken werde. Es ist einfach, aber nicht langweilig und man kann sich unendlich viele Mustervariationen dabei vorstellen.

Strick-Story
Muster: Zee-Wrap
Quelle: http://www.ravelry.com/patterns/library/zee-wrap
Material: 200 g Schoppel Jeans Ball, Müllers Esel, 100 g Schoppel Zauberball Crazy, Indisch Rosa
Nadeln: 3,5mm
Fertige Größe: 40x200cm

 

Ich bin ein UFO, hol mich hier raus

Unter diesem witzigen Hashtag riefen bei Instagram Rebekka von Queens-Handmade und Alice von Frau Brezelbutter zu einem gemeinsamen Abbau der UFOs, der UnFertigen Objekte auf. Gegenseitig motiviert man sich ja doch irgendwie besser. Da ich das ohnehin auf meiner To-Do-Liste für die Zeit zu Hause stehen hatte, habe ich kurzentschlossen „Hier“ gerufen und werde da jetzt mitstricken.

Das ist der Blick in meinen zusammengestellten UFO-Korb. Viel könnt Ihr nicht erkennen, aber ich verrate Euch, dass sich darin einige angefangene Socken verstecken (in sehr unterschiedlichen Fertigungsstadien), ein angefangener Handschuh, der liegen blieb, weil ich mir nicht sicher war, ob die Größe passt und oben drauf liegt mein ältestes UFO. Es ist das „Estonian Potpourri„, dass ich schon vor Jahren angefangen habe. Dann blieb es liegen, bis ich es im vergangenen Jahr wieder in die Hand genommen habe und strickte, bis mir auffiel, dass eine Seite der Anleitung fehlt. Da ich da auch gerade in einer Reha-Klinik war und nicht so schnell an die Seite kommen konnte, legte ich es wieder beiseite. Die fehlende Seite habe ich dann Zuhause zwar zügig ausgedruckt, aber als ich es jetzt vor einigen Wochen wieder in die Hand nahm, merkte ich, dass ich die falsche Seite ausgedruckt hatte. Die tatsächliche Anleitungsseite fehlte mir komplett. Es dauerte dann noch mal einige Zeit, bis ich mich aufraffen konnte, die Designerin anzuschreiben, die mir die fehlenden Charts umgehend geschickt hat. Nun soll es also auch hier endlich weitergehen.
Wenn ich den Korb leer gestrickt habe, liegen noch UFOs auf dem Dachboden. Dabei ist u.a. ein angefangener Adventskalenderschal. Ich habe ja alle Entwürfe zwei Mal gestrickt, einmal habe ich Muster ausprobiert und dabei die Anleitung mitgeschrieben. Den zweiten Schal habe ich dann als Kontrolle der englischen Übersetzung gestrickt. Meist hat das gut geklappt, aber ein Schal blieb unfertig liegen, weil mir die Wolle nicht gefiel. Da werde ich erst noch mal mit den Nadeln experimentieren, bevor ich entscheide, ob er fertig wird oder nicht.
Es finden sich auch noch zwei Entwürfe von Adventskalenderschals bei den UFOs. Vermutlich werde ich sie noch fertigstellen, ob ich sie aber dann auch tatsächlich veröffentlichen werde, weiß ich nicht genau. So ein bisschen ist da die Luft raus, finde ich. Einer davon unterscheidet sich auch von der Strickweise her grundlegend von allen vorherigen Schals, ich bin mir noch nicht sicher, ob das gut ist oder nicht.

So sehen also meine UFO-Pläne derzeit aus. Um dem ganzen ein wenig Struktur zu geben, habe ich mich entschieden, jeweils die Woche als UFO-Woche zu bezeichnen, in der der neue Monat beginnt. Für den August würde das heißen, dass ich morgen mit dem UFO-Abbau beginne.

Ich halte Euch hier über meine Erfolge auf dem Laufenden. Vielleicht mag sich ja noch jemand anschließen. Nur gemeinsam sind wir stark – oder so.

Samstagsplausch 30 / 2017

Diese Woche lief ziemlich unrund und  holperig. Und sie bescherte mir einen heftigen Flashback zu einer alten Geschichte, auf den ich liebend gerne verzichtet hätte. Und das kam so:
Wenn ich längere Zeit zu Hause bin und nicht so viel machen kann, habe ich mir angewöhnt, das Fernsehen nebenbei laufen  zu lassen. Normalerweise krame ich dann mal hier und da, stricke, lese in Zeitschriften und verlasse auch manchmal den Raum, so dass ich dann meist Dokumentationen auf ZDFInfo anschaue. Dort laufen entweder ZDF History-Folgen oder Folgen der Reihe Terra X. Das finde ich interessant, auch wenn mich nicht alle Folgen brennend interessieren und es ist nicht schlimm, wenn man mal einige Minuten einer Folge verpasst.
Diese Woche liefen an einem Nachmittag Folgen über deutsche Justizvollzugsanstalten. Eine über den Männer-Vollzug, eine über den Frauen-Strafvollzug und eine Folge über die Sicherungsverwahrung. Dabei kamen sowohl Mitarbeiter wie auch Insassen zu Wort. Es war sehr interessant, die sehr unterschiedlichen Wahrnehmungen kennen zu lernen und ein wenig mehr über den Alltag im Strafvollzug zu erfahren.
Und während ich da so zugeschaut und nebenher gestrickt habe, fielen mir auf einmal wieder immer mehr Detail zu einer furchtbaren Geschichte ein, die sich vor ein paar Jahre an der Schule meiner Kinder abgespielt hat und die deutliche Spuren vor allem bei der Tochter hinterlassen hat. Die Schulzeit ist seitdem ein Thema, dass hier im Haus gemieden wird.
Kurz vor Weihnachten 2009 wurde eine Lehrerin unseres Gymnasiums von einem ehemaligen Schüler brutal ermordet. Der Sohn hatte die Schule nach dem Abitur im Frühjahr des gleichen Jahres verlassen und war schon an seinen Studienort umgezogen, die Tochter hatte noch eineinhalb Jahre bis zu ihrem Abschluss. Beide kannten und schätzten die Lehrerin – der Sohn war mit dem Täter von der 5. bis zur 13. Klasse gemeinsam im Unterricht.
Wenn man von solchen Taten in den Medien hört, denkt man darüber nach, wie schrecklich das ist – aber es findet in aller Regel weit weg von der eigenen Lebenswirklichkeit statt. Wenn aber die Gewalt so unvermittelt in das Leben eindringt, muss man sehr aufpassen, dass man sich davon nicht vereinnahmen lässt und einen Weg für sich und in meinem Fall auch für das betroffene Kind zu finden.
Im August 2010 wurde der junge Mann zu 15 Jahre Gefängnis und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Und der Bericht über die Männer in der Sicherungsverwahrung war es auch, der meine Gedanken in diese ungute Richtung lenkte. Die vorgestellten Männer hatten so überhaupt keine Einsicht in die Tragweite ihrer Taten und stellten sich als Justizopfer und als völlig ungefährlich dar. Da schüttelt man als Zuschauer fassungslos den Kopf. So wie ich es damals über die Tat des jungen Mannes tat und immer noch mache. Aber nachdem das Thema Schule nun schon seit Jahren bei uns abgeschlossen ist, denke ich nicht mehr oft an diese Geschichte. Und das ist auch gut so.

Aber es gab nicht nur Tragisches in dieser Woche. Ich habe viel gestrickt und das teilweise wieder aufgeribbelte Tuch inzwischen umgetauft in „Das Tuch, das nicht fertig werden möchte“. Die vorgenommenen Änderungen haben nämlich  nicht gereicht, ich bin zwar beim erneuten Stricken der Abschlusskante etwas weiter gekommen als im ersten Anlauf, aber das Garn reichte immer noch nicht. Ich habe mich entschieden, dass jetzt sportlich zu sehen und habe schmunzelnd einen dritten Anlauf gestartet und nun ist das Tuch doch fertig geworden.
Außerdem habe ich mich entschieden, an der UFO-Aktion „Ich bin ein UFO, hol mich hier raus“ teilzunehmen, was auch ein Grund zum Lächeln ist.

Ein Arztbesuch am Donnerstag beruhigte mich ein wenig und die Stimmung in der Praxis und der überaus sympathische Arzt brachten mich sogar zum Lachen – irgendwie schaffen die das immer. Leider ist die Schmerzmedikation jetzt noch einmal nach oben gesetzt worden und ich kämpfe wieder mit den Nebenwirkungen des Medikamentes. Irgendwas ist ja immer.

An diesem Wochenende sind wir mit Freunden verabredet, darauf freue ich mich schon. Das Wetter verspricht ja leider kein Highlight, so dass ich mich außerdem ganz entspannt mit dem Strickzeug und/oder einem Buch niederlassen kann.

Den Samstagplausch organisiert Andrea und wer noch so mitgemacht hat, könnt Ihr auf ihrer Seite nachlesen.

Freitagsfüller 432 – 8

1. Schon wieder ist mehr als das halbe Jahr vorbei, das geht immer schneller je älter man wird. Ich finde das ein wenig gruselig.
2. Wenn man sich zu etwas überreden lässt, merkt man manchmal erst hinterher, dass es besser gewesen wäre, man hätte das abgewehrt.
3. Die beste Pizza der Welt wird hier in der Familie gemacht, wie wohl in jeder anderen Familie auch.
4. Die Zeit heilt alle Wunden, das ist definitiv eine Binsenweisheit, die Zeit lehrt uns nur, mit den Wunden zu leben.
5. Der Austausch von Zärtlichkeiten hilft bei chronischen Schmerzen, sagte die Therapeutin in der Reha. Die Antwort auf die Frage eines Mitpatienten, ob das zwingend seine Frau sein müsse oder ob das auch mit der Katze ginge, ging leider im allgemeinen Gelächter unter. Schade.
6. Das Wetter ist die Wurzel allen Übels. Aber eigentlich finde ich das sehr praktisch, so gibt es immer einen Schuldigen, der es noch nicht einmal mitbekommt.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen ruhigen, verstrickten Fernsehabend, morgen habe ich geplant, endlich mal die Fotos auf den Rechner zu ziehen und ein paar Blogposts vorzubereiten und Sonntag möchte ich Zeit mit der Tochter verbringen!
Den Freitagsfüller gibt es an jeden Freitag hier. Vielen Dank dafür.

Samstagsplausch 29 / 2017

Diese Woche war erwartungsgemäß ziemlich ruhig hier im Haus. Am letzten Wochenende war ich tatsächlich noch immer damit beschäftigt, wieder zu Hause anzukommen. Das hat mich ein wenig überrascht, weil ich dachte, das ginge schneller. Aber gut. Nun bin ich also wieder hier. Es fällt mir jetzt erst auf, wie viel in den vergangenen Wochen, die ja gefüllt waren mit dem Umzug des Sohnes und den Überstunden bei der Arbeit, um meine Abwesenheit vorzubereiten, hier liegen geblieben ist. Alles schaut mich an, was ich vor dem Krankenhaus nicht mehr geschafft habe.  Ich denke, solche Situationen kennt jeder. Ich versuche also, mich zu entspannen und habe angefangen, ganz langsam – schnell geht sowieso gar nicht – das eine oder andere abzuarbeiten. Ich habe ja Zeit. Mein neues Mantra übrigens. Klappt nur noch nicht so ganz.

Am Mittwoch hat mich die Tochter zur Wolldealerin meines Vertrauens gefahren. Ich wollte für den Reha-Schal noch ein letztes Knäuel besorgen, weil ich aller Berechnungen zum Trotz mit dem Material nicht hingekommen bin. Leider war die richtige Farbe nicht mehr da und auch nicht mehr zu besorgen, nun muss ich einen Teil vom Schal wieder aufmachen und noch mal mit leichten Änderungen stricken. Das ist kein großes Problem und vielleicht sogar besser, als für die letzten fehlenden paar Meter noch einmal ein ganzes 100g Knäuel anzufangen. Dieses „Rausfahren“ hat mal ganz gut getan und wir hatten so gemeinsam einen netten Vormittag. Noch konnte mich zum Ribbeln nicht aufraffen und habe erst einmal ein anderes Tuch fertig gestrickt. Das zeige ich Euch im Laufe der Woche – ich bin schwer begeistert davon.

Jetzt schaue ich erst mal, was sich bei Euch in der vergangenen Woche getan hat, bis gleich.

Den Samstagplausch organisiert Andrea und wer noch so mitgemacht hat, könnt Ihr auf ihrer Seite nachlesen.

Freitagsfüller 431 – 7

Mein Freitagsfüller kommt diese Woche erst am Samstag, irgendwie sind meine Tage noch nicht wieder so strukturiert, wie sie sein sollten und ich sie gerne hätte. Aber ich arbeite daran.

1.  Oh Mist,  hier im Haus wäre aber tatsächlich sehr viel zu tun.
2.  Wenn mich mal wieder das heulende Elend überkommt dann sage ich mir: Es hilft nichts, Augen zu und durch, es wird schon irgendwann irgendwie weiter gehen.
3.  Wollte ich nicht endlich mal meine Computer-Dateien aufräumenDas ist eine Arbeit, um die ich mich schon sehr lange drücke, weil es einfach sehr viel ist und viele Stunden dauern wird.
4.  Durch die große Knie-OP bin ich in diesem Sommer nicht so viel  unterwegs.
5.  Die Modesünde des Sommers, jedes Sommers, sind für mich Flip Flops. Ich finde die tatsächlich ganz fürchterlich.
6.  Jedes Jahr, am Anfang der Mückensaison, habe ich ein paar wenige Mückenstiche, danach lassen mich die kleinen Biester weitestgehend in Ruhe. Ich bin nicht böse deswegen.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf – gestern Abend hatte ich noch einen späten Termin für die Krankengymnastik , morgen habe ich geplant, an der weiteren Chaosbewältigung hier im Haushalt zu arbeiten und Sonntag möchte ich unbedingt ein paar Dinge zusammen suchen, damit ich mit der Planung für das neue Buch weitermachen kann!

Den Freitagsfüller gibt es an jeden Freitag hier. Vielen Dank dafür.

Samstagsplausch 28 / 2017

Seit ein paar Tagen bin ich nun wieder zu Hause und hoffe sehr, dass ich nicht so schnell wieder weg muss. Die letzten Wochen waren sehr schmerzhaft, anstrengend und mühsam und der Weg, der noch vor mir liegt, wird auch nicht leicht. Aber es hilft ja nichts, ich muss ihn nun notgedrungen weiter gehen.
In der Reha habe ich darüber nachgedacht, wie ich mich in den nächsten Wochen ablenken kann und ich habe viele Pläne gemacht, was ich machen möchte:

  • Lesen natürlich. Der Stapel ungelesener Bücher neben  meinem Bett umfasst 20 Titel und es ist von allem was dabei. Ich bin schon sehr gespannt, wie viele Bücher ich davon bis zum Ende des Jahres lesen werde. Einige davon werde ich Euch sicher vorstellen – und da warten noch Überraschungen auf Euch.
  • Natürlich möchte ich stricken. Vielleicht setze ich tatsächlich meine Buch-Idee noch um – dieses Mal möchte ich den anderen Weg versuchen: nicht der Verlag spricht mich an und schlägt mir etwas vor, sondern ich entwerfe Modelle und schlage dem Verlag ein fertiges Manuskript vor. Mag sein, dass das völlig nach hinten losgeht, das wäre mir aber egal. Im Zweifelsfall veröffentliche ich die Modelle dann einfach hier und bei Ravelry. Wäre für mich auch okay.
  • Und ich möchte neue Dinge ausprobieren, vor allem an der Nähmaschine. Nähen ist bislang noch nicht so mein Ding, abgesehen von ein paar Patchwork-Erfahrungen vor vielen Jahren und einfachen Dingen für den Hausgebrauch habe ich da noch nicht viel gemacht. Da ist noch Luft nach oben und Patchwork würde mich durchaus immer noch reizen. Andererseits brauche ich kein neues Hobby und noch mehr Material dafür, aber ich werde mich sicher mal dransetzen, während ich jetzt zu Hause bin. Allerdings werde ich mit Sicherheit keine Kleidung nähen, das hebe ich mir auf für die Zeit, wenn ich dann in Rente bin.

Jetzt heißt es für mich, erst mal entspannt zu bleiben und dem operierten Knie die Zeit zu geben, die es leider braucht um zu heilen. Geduld ist nicht so meine starke Seite, vor allem nicht, wenn es dabei um mich selber geht. Das geht wohl den meisten von uns so. In der nächsten Woche starten die Physiotherapie-Termine und ich werde Zeit mit der Tochter verbringen und ihr bei Bewerbungen helfen. Gedrückte Daumen für die Jobsuche des kleinen Kindes nehmen wir gerne.

Nun schaue ich mal, was bei Euch so los war und lese ein wenig aus den vergangenen Wochen nach. Gebt auf Euch acht.

Den Samstagplausch organisiert Andrea und wer noch so mitgemacht hat, könnt Ihr auf ihrer Seite nachlesen.

Freitagsfüller 430 – 6

Seit gestern bin ich aus der Reha zurück. Nun versuche ich, wieder so etwas wie einen Alltag zu finden, weil es mit der Rückkehr in den „richtigen“ Alltag mit Beruf und so, noch einige Monate dauern wird. Dazu gehört natürlich auch, dass ich gerne wieder bloggen möchte und so macht der Freitagsfüller heute den Anfang.

1. Thema Nr. 1  sind bei mir zur Zeit die Ideen, die ich mir in der Reha-Zeit für die kommenden Monate ausgedacht habe – ich bin sehr gespannt, was ich davon tatsächlich auch umsetzen kann.
2. Stricken halte ich, abgesehen vom Suchtfaktor, für völlig unbedenklich.
3. Gestern hätte ich fast einige Räume hier im Haus nicht mehr wiedererkannt, es hat sich viel verändert, seit der Sohn nun endgültig ausgezogen ist und alles aus seinem Zimmer mitgenommen hat.
4. Auf meinem Stapel ungelesener Bücher (SuB) liegen 20 sehr, sehr unterschiedliche Titel – damit, möglichst viele davon in den nächsten, noch arbeitsfreien Wochen nacheinander zu lesen, beginne ich nächste Woche.
5. Es würde helfen, wenn ich ein paar Ideen weniger hätte, aber vermutlich wäre es dann auch nur halb so lustig.
6. Die meisten Bücher bestelle ich bei meiner Lieblingsbuchhandlung, nur englische oder anderssprachige Strickbücher bestelle ich bei Amazon.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen ruhigen Abend mit dem Strickzeug vor dem Fernseher, morgen habe ich geplant, meinen Kalender auf Vordermann zu bringen und zu sortieren, was ich wann machen möchte und Sonntag möchte ich einen schönen Nachmittag bei meinen Eltern verbringen!

Den Freitagsfüller gibt es jeden Freitag bei Barbara. Vielen Dank dafür.

Patrick Branwell Brontë

Insgesamt fünf Jahre lang feiert die britische Brontë-Society unter dem Stichtwort Brontë 200 die 200ten Geburtstage der berühmten Schriftsteller-Familie. Im vergangenen Jahr jährte sich der 200te Geburtstag von Charlotte, in diesem Jahr ist es der Geburtstag von Branwell, dem einzigen Jungen in der Familie. Sein eigentlicher Vorname war Patrick, damit es aber nicht zu Verwechselungen mit seinem Vater kam, wurde er Branwell gerufen.

Branwell wurde am 26. Juni 1817 als viertes von sechs Kindern und als einziger Sohn des geistlichen Reverend Patrick Brontë und seiner Frau Maria Branwell in Thornton geboren. Er wuchs gemeinsam mit seinen Schwestern in Haworth auf, wo die weitere Erziehung nach dem frühen Tod der Mutter von deren Schwester übernommen wurde.
Alle Kindern wurde zuerst von der Tante zu Hause unterrichtet. Während die Schwestern danach auf ein Internat kamen, blieb Branwell im Haus und erhielt weiteren Unterricht von dem Vater und in den Fächern Musik und Kunst von Lehrern, die ins  Haus kamen.
Gemeinsam mit seinen älteren Schwestern Charlotte, Emily und Anne erdachten sich die Kinder die fantastische Welt der westafrikanischen Länder Gondal (Anne und Emily) und Angria (Charlotte und Branwell) und schrieben die Geschichten und Gedichte in winziger Schrift in kleinen Büchern nieder.

1838 bis 39 wurde Branwell als Porträtmaler ausgebildet und arbeitete in Bradford. 1840 zog er nach Broughton-in-Furness, um dort als Hauslehrer zu arbeiten. Bereits nach einem halben Jahr wurde er wieder entlassen. 1841 arbeitete er als Buchhalter in der Bahnstation Sowerby Bridge und stieg dort zum Bahnhofsvorsteher auf. 1842 wurde er nach Unregelmäßigkeiten auch dort wieder entlassen. 1843 vermittelte ihm seine Schwester Anne eine Stellung als Hauslehrer für den Sohn der Familie Robinson in Thorp Green, wo sie als Gouvernante für die Töchter beschäftigt war. Zwei Jahre später wurde er erneut entlassen, über die tatsächlichen Gründe kann nur spekuliert werden – entweder hatte er eine Affäre mit Mrs. Robinson oder er ist dem anvertrauten Kind zu nahe getreten.
Branwell kehrte zurück in das Pfarrhaus nach Haworth und von da an ging es mit ihm stetig bergab. Er begann zu trinken, war vom Opium anhängig, wurde depressiv und versank in Selbstmitleid. Nebenbei veröffentlichte er einige Gedichte in lokalen Zeitschriften in Yorkshire und war so der erste der Brontë-Geschwister, der Veröffentlichungen vorweisen konnte. Es ist nicht bekannt, ob er wusste, dass seine Schwestern kurz darauf ihre ersten Romane veröffentlichten.
1848 starb Branwell  im Alter von 31 Jahren im Kreise seiner Familie an den Folgen seiner Alkohol- und Drogensucht (vermutlich) in Verbindung mit einer beginnenden Tuberkulose.

Das Leben von Patrick Branwell Brontë wird in dem Roman „Doch mich verschlang das wild’re Meer“ von Daphne DuMaurier erzählt. Er basiert auf recherchierten Fakten und beschreibt Branwell als dämonisch und gewalttätig.

Leider ist der Roman nur noch antiquarisch verfügbar, aber für alle Brontë-Freunde eine gute Möglichkeit, etwas tiefer in das Leben der literarischen Geschwister einzudringen.